Hundekrankenversicherung für den Havaneser (2026)
Der Havaneser ist der einzige ursprünglich kubanische Hund und in der VDH-Welpenstatistik häufiger als Malteser und Chihuahua zusammen. Er gilt als robust, und die Versicherungsdaten geben ihm recht. Teuer wird es bei dieser Rasse an anderer Stelle: an den Augen, an der Kniescheibe, an den kurz gezüchteten Vorderläufen und am Fell. Dazu kommt eine Lebenserwartung von rund 14,5 Jahren, die den Tarif über eine sehr lange Strecke tragen muss.
Was kostet der Tierarzt bei einem Havaneser?
Typische Kostenspannen zur Orientierung (je nach GOT-Satz und Klinik):
Linsenoperation beim Grauen Star, ein- oder beidseitig, das teuerste rassetypische Szenario beim Havaneser
Zahnsteinentfernung mit Narkose und Röntgen; klein und langlebig ist beim Zahn die ungünstigste Kombination, Hunde unter 10 Kilogramm haben ein rund dreifach erhöhtes Parodontitis-Risiko
Reine Operation je Knie laut Kostenübersicht des Versicherers Dalma, mit Diagnostik und Nachsorge 1.000 bis 1.800 Euro
Die besten Tarife für den Havaneser
Wichtig bei dieser Rasse: keine pauschalen Ausschlüsse angeborener und erblicher Erkrankungen, ausdrücklich eingeschlossene Augenoperationen, Erstattung von Diagnostik auch ohne folgende OP, Zahnleistungen und eine Erstattung, die über 14 und mehr Lebensjahre stabil bleibt.
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Warum der Havaneser eine besondere Absicherung braucht
Der Havaneser ist in Deutschland präsenter, als viele denken: Die VDH-Welpenstatistik weist für 2025 530 Havaneser-Welpen aus, gegenüber 263 Chihuahua und 176 Malteser. Das gilt für Rassehunde mit Papieren; in der Gesamtpopulation ist der Chihuahua deutlich häufiger, weil er überwiegend außerhalb des VDH gezüchtet wird. Anders als bei Extremzuchten ist das Gesundheitsbild insgesamt entspannt.
Das macht die Rasse aber nicht zum Selbstläufer, sondern verschiebt nur die Rechnung. Der Havaneser hat wenige, dafür klar umrissene und ausgesprochen teure Schwerpunktrisiken, und er hat mit einer medianen Lebenserwartung von 14,5 Jahren (McMillan und Kollegen, Scientific Reports 2024, 381 ausgewertete Havaneser) sehr viel Zeit, sie zu entwickeln. Wer den Tarif nur über den Monatsbeitrag auswählt, merkt das erst, wenn die erste Augenrechnung kommt.
Kurze Beine mit Folgen: die stille Chondrodystrophie
Das ist der Punkt, an dem sich der Havaneser von jedem anderen kleinen Begleithund unterscheidet, und kaum ein Halter weiß davon. Eine norwegische Untersuchung an 355 Havanesern hat die Häufigkeit des FGF4-Retrogens bestimmt, jener Genkopie, die Rassen wie Dackel und Corgi ihre kurzen Beine gibt. Ergebnis: Die Häufigkeit des mutierten Allels liegt bei 0,975, nur rund fünf Prozent der Hunde tragen überhaupt noch eine nicht-chondrodystrophe Variante, und dieser Anteil ist über zwei Jahrzehnte weiter gesunken (Bellamy und Lingaas, Canine Medicine and Genetics 2020).
Wie stark das die Rasse verändert hat, zeigt der Größenvergleich derselben Arbeit: Hunde mit der gesunden Variante waren im Schnitt 31,3 Zentimeter groß, homozygot mutierte Tiere nur 26,4 Zentimeter. Der heutige Rassestandard von 23 bis 27 Zentimetern bildet damit faktisch bereits den kurzbeinigen Typ ab. Sichtbare Folgen sind gekrümmte oder verkürzte Vorderläufe, in einer US-Halterbefragung berichteten 44 Prozent der Besitzer davon (Starr und Kollegen, 2007).
Wichtig ist hier eine Unterscheidung, die oft verwischt wird: Mit einer vorzeitigen Bandscheibendegeneration verknüpft ist das CDDY-Allel auf Chromosom 12 (Brown und Kollegen, PNAS 2017). Bellamy und Lingaas haben beim Havaneser dagegen das Retrogen auf Chromosom 18 typisiert, also die Kurzbeinigkeit. Wie häufig CDDY beim Havaneser vorkommt, ist bislang nicht in einer begutachteten Arbeit veröffentlicht, und eine erhöhte Bandscheibenerkrankungsrate ist für die Rasse nicht belegt. Für die Tarifwahl heißt das: Der Havaneser gilt zu Recht nicht als Bandscheibenrasse wie der Dackel, die Kurzbeinigkeit allein macht ihn nicht zu einer.
Augen: Grauer Star ist beim Havaneser Schwerpunktrisiko
Das Auge ist beim Havaneser das am besten belegte Rasserisiko. Im norwegischen ECVO-Screening über 2.581 Untersuchungen aus zwei Jahrzehnten lag die Katarakt-Prävalenz bei 5,0 Prozent, im Zeitraum 2018 bis 2022 bei 5,8 Prozent, also trotz jahrzehntelanger Zuchtselektion ohne Rückgang (Bellamy und Lingaas, 2023). In einer großen nordamerikanischen Auswertung war der Havaneser sogar die zweithäufigste Rasse mit Kataraktdiagnose (Gelatt und MacKay, Veterinary Ophthalmology 2005).
Entscheidend ist das Alter. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 4,8 Jahren, also mitten im Versicherungsleben. Gleichzeitig werden Havaneser in Norwegen im Schnitt mit 3,4 Jahren augenuntersucht, nur 7,7 Prozent der Untersuchungen fanden bei Hunden ab sieben Jahren statt. In der Gruppe der erst ab acht Jahren untersuchten Tiere hatte fast ein Drittel eine Katarakt. Im Klartext: Die tatsächliche Lebenszeitprävalenz liegt deutlich über den 5 Prozent aus dem Screening, und eine Zuchtuntersuchung mit drei Jahren sagt für das spätere Leben wenig aus.
Eine Linsenoperation kostet in Deutschland rund 2.000 Euro pro Auge, beidseitig etwa 4.000 Euro, inklusive Voruntersuchung, Narkose, Klinikaufenthalt und Nachsorge. Allein die GOT-Positionen für die chirurgische Behandlung des Grauen Stars und die Linsenimplantation summieren sich beim 3-fachen Satz auf über 1.500 Euro pro Auge. Für die Tarifprüfung heißt das: Sind ophthalmologische Eingriffe ausdrücklich eingeschlossen, gibt es ein Sublimit für Augen-OPs, und wird die Kunstlinse womöglich als Hilfsmittel ausgeschlossen? Der letzte Punkt ist ein häufiger versteckter Ausschluss und beim Havaneser besonders teuer.
Zweites Augenthema ist die Distichiasis, also fehlgestellte Wimpern, die auf der Hornhaut reiben. Eine norwegische Auswertung an 1.156 Havanesern fand eine Prävalenz von 14,5 Prozent bei hoher Erblichkeit (Bellamy, Lingaas und Madsen, 2021). Meist verläuft sie mild, in ausgeprägten Fällen ist eine Behandlung nötig.
Fell und Haut: die Sebadenitis
Beim Havaneser ist das lange, nicht wechselnde Fell nicht nur Pflegeaufwand, sondern auch ein Gesundheitsthema. Die Sebadenitis, eine entzündliche Zerstörung der Talgdrüsen, ist bei kaum einer anderen kleinen Rasse so gut dokumentiert. In einer dermatologischen Überweisungspraxis erhielten über fünf Jahre 35 Prozent der vorgestellten Havaneser diese Diagnose, meist im jungen Erwachsenenalter, bei 92 Prozent mit typischen follikulären Zylindern und bei 67 Prozent mit Beteiligung von Ohrmuschel und Gehörgang (Frazer und Kollegen, Veterinary Dermatology 2011).
Diese 35 Prozent sind ausdrücklich kein Populationswert, sondern stammen aus einer vorselektierten Spezialsprechstunde. In einer Halterbefragung des amerikanischen Rasseklubs lag der Anteil bei unter einem Prozent. Realistisch ist die Sebadenitis also kein Massenphänomen, aber wenn sie auftritt, wird sie teuer: Die Behandlung erfolgt überwiegend mit Ciclosporin, häufig dauerhaft, dazu kommen Spezialshampoos und die Behandlung von Sekundärinfektionen. Für die Versicherung ist entscheidend, ob chronische Behandlungen und Medikamente ohne Jahresdeckel erstattet werden, denn genau hier fallen die Kosten an, nicht im OP.
Kniescheibe: das Standardrisiko der kleinen Rassen
Die Patellaluxation, das Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer Führung, gehört zum Standardrepertoire kleiner Rassen. Eine belastbare rassespezifische Häufigkeit für den Havaneser gibt es nicht; die skandinavischen Zuchtscreenings liefern Anteile untersuchter und befundfreier Hunde, das sind keine Prävalenzzahlen und zwischen den Ländern wird unterschiedlich streng befundet.
Für den Zeitpunkt ist eine große britische Auswertung hilfreich: Über alle Hunde lag das mediane Diagnosealter bei 4,0 Jahren; Hunde der Kennel-Club-Gruppe Toy hatten in der univariablen Auswertung ein 3,7-fach erhöhtes Risiko gegenüber Hunden ohne Kennel-Club-Anerkennung. Typische Anzeichen sind zeitweises Humpeln oder das kurze Hochziehen eines Hinterbeins. Der Versicherer Dalma beziffert die reine Operation mit 600 bis 1.500 Euro je Knie und den einseitigen, unkomplizierten Fall inklusive Diagnostik und Nachsorge mit 1.000 bis 1.800 Euro; häufig ist später das zweite Knie dran. Wichtig: Viele Tarife führen die Patellaluxation als besondere Erkrankung mit verlängerter Wartezeit. Weil das Diagnosealter bei etwa vier Jahren liegt, greifen selbst Sonderwartezeiten von 18 Monaten hier noch.
Lebershunt: das unterschätzte Havaneser-Thema
Der portosystemische Shunt ist eine angeborene Gefäßfehlbildung, bei der Blut aus dem Darm an der Leber vorbei geleitet wird, sodass Giftstoffe wie Ammoniak nicht entgiftet werden. Er gilt gemeinhin als Yorkie-Thema, tatsächlich steht in der größten Rassen-Auswertung dazu der Havaneser noch davor: Bei 3,2 Prozent der in US-Universitätskliniken vorgestellten Havaneser wurde ein solcher Shunt diagnostiziert, der höchste Wert aller Rassen und mehr als beim Yorkshire Terrier mit 2,9 Prozent (Tobias und Rohrbach, JAVMA 2003, Auswertung von 2.400 Fällen). Zur Einordnung: Über alle Hunde lag der Anteil bei 0,18 Prozent, bei Mischlingen bei 0,05 Prozent. Weil es Daten aus Universitätskliniken sind, also aus einer vorselektierten Patientengruppe, ist das kein Prävalenzwert für die Gesamtpopulation. Der Abstand zwischen den Rassen ist aber eindeutig.
Typische Anzeichen sind Welpen, die kleiner bleiben als ihre Geschwister, dazu neurologische Symptome vor allem nach dem Fressen: Apathie, Zittern, Speicheln, Kopfpressen. Die Diagnose läuft über Gallensäuretest, Labor und Ultraschall oder CT, zusammen etwa 230 bis 600 Euro. Die Operation in einer Spezialklinik kostet mehrere Tausend Euro; eine belastbare deutsche Durchschnittszahl dafür gibt es nicht.
Weil der Shunt angeboren ist und sich fast immer im ersten Lebensjahr zeigt, fällt er genau in die Wartezeit vieler Tarife. Er ist damit das stärkste Argument für einen sehr frühen Abschluss und für einen Tarif, der angeborene Erkrankungen nicht pauschal ausschließt.
Zähne: klein plus langlebig ergibt die maximale Risikokombination
In einer britischen Auswertung von 22.333 Hunden lag die Jahresprävalenz von Parodontalerkrankungen bei 12,5 Prozent. Zwei Faktoren stachen heraus: Hunde unter 10 Kilogramm hatten ein 3,07-fach erhöhtes Risiko gegenüber Hunden von 30 bis unter 40 Kilogramm, Hunde ab 12 Jahren ein 3,91-fach erhöhtes gegenüber Hunden von zwei bis unter vier Jahren (O'Neill und Kollegen, Journal of Small Animal Practice 2021).
Der Havaneser liegt mit deutlich unter 10 Kilogramm und einer medianen Lebenserwartung von 14,5 Jahren in beiden Risikogruppen. Eine Zahnsanierung mit Narkose, Reinigung und Röntgen kostet 200 bis 500 Euro und ist mehrfach im Leben fällig, einzelne Extraktionen erhöhen den Betrag je nach Zahn und Aufwand. Prüfe deshalb, ob die professionelle Zahnreinigung in Narkose eingeschlossen ist oder nur die Extraktion, ob es eine Jahreshöchstgrenze gibt und ob eine dokumentierte jährliche Zahnkontrolle als Leistungsvoraussetzung verlangt wird.
Eine Entwarnung: Taubheit ist beim Havaneser kein Thema
Bei vielen weiß gescheckten Rassen ist angeborene Taubheit ein ernstes Thema. Beim Havaneser nicht. In der BAER-Datenbank der Louisiana State University sind 169 getestete Havaneser erfasst: 99,4 Prozent hörten beidseitig, ein einziger Hund war einseitig taub, kein einziger beidseitig. Diese Entwarnung gehört zur ehrlichen Einordnung dazu.
OP-Schutz oder Vollschutz für den Havaneser?
Der reine OP-Schutz deckt die großen Eingriffe: Patella-OP, Linsenoperation, Bandscheiben-OP, im gedeckten Fall die Shunt-Operation. Er ist günstig und für preisbewusste Halter der solide Basisschutz, die Tarife zeigt die Hunde-OP-Versicherung.
Beim Havaneser hat er allerdings eine spezifische Schwäche. Alle vier Leitrisiken der Rasse sind diagnostikintensiv: Der Shunt braucht Labor plus Ultraschall oder CT, die Katarakt eine augenärztliche Spezialuntersuchung, das Bandscheibenthema Schnittbildgebung für 500 bis 1.500 Euro, die Kniescheibe Röntgen unter Sedierung. Viele reine OP-Tarife übernehmen diese Diagnostik nur dann, wenn tatsächlich operiert wird. Dazu kommen die Sebadenitis als chronisches Medikamententhema und die wiederkehrenden Zahnsanierungen. Beides deckt nur der Krankenvollschutz, der bei dieser langlebigen Rasse deshalb meist die rundere Wahl ist.
Worauf du beim Tarif für den Havaneser besonders achten solltest
Erstens der Umgang mit angeborenen und erblichen Erkrankungen: Lebershunt, Katarakt, Patellaluxation und die chondrodystrophen Vorderläufe sind sämtlich erblich oder angeboren. Ein Tarif mit pauschalem Ausschluss schließt damit genau die vier teuersten Szenarien aus. Zweitens die Augenleistungen: ophthalmologische Eingriffe ausdrücklich eingeschlossen, kein enges Sublimit, Kunstlinse nicht als Hilfsmittel ausgeschlossen.
Drittens die Diagnostik: Werden Untersuchungskosten auch dann erstattet, wenn keine OP folgt? Viertens Zahn und chronische Behandlungen ohne strengen Jahresdeckel. Und fünftens die üblichen Kriterien, bei dieser Rasse mit besonderem Gewicht: Erstattung bis zum 4-fachen GOT-Satz, hohes oder unbegrenztes Jahreslimit und eine Erstattung, die im Alter nicht absinkt. Warum der GOT-Satz zählt, erklärt der Ratgeber GOT einfach erklärt.
Wartezeiten: warum der frühe Abschluss beim Havaneser entscheidet
Beim Havaneser fallen die teuersten Ereignisse ungünstig früh an. Der Lebershunt zeigt sich meist im ersten Lebensjahr, Vorderbeindeformitäten entstehen im Wachstum, die Patellaluxation wird im Median mit vier Jahren diagnostiziert und die Katarakt im Mittel mit 4,8 Jahren. Wer erst abschließt, wenn ein Befund existiert, ist für genau diese Themen nicht mehr gedeckt, weil sie dann als Vorerkrankung gelten.
Wie unterschiedlich Anbieter mit Wartezeiten umgehen, zeigt der Vergleich Lassie vs. hepster: Lassie verlangt neben 30 Tagen allgemeiner Wartezeit für bestimmte Diagnosen bis zu 18 Monate; bei hepster beträgt die allgemeine Wartezeit einen Monat, für bestimmte Erkrankungen gelten dort aber ebenfalls besondere Wartezeiten. Bei einer Rasse, deren Kernrisiken zwischen dem ersten und dem fünften Lebensjahr auftreten, ist das ein realer Unterschied. Der beste Zeitpunkt bleibt das Welpenalter, direkt nach der Übernahme.
Was kostet die Versicherung für einen Havaneser?
Den Beitrag berechnen die Anbieter individuell nach Rasse, Alter, Wohnort und Tarif. Ein reiner OP-Schutz liegt dabei durchweg unter dem Vollschutz mit Zahn- und chronischen Leistungen. Konkrete Zahlen für deinen Havaneser zeigt der Rechner in wenigen Schritten.
Wichtiger als der Startbeitrag ist bei dieser Rasse die Laufzeit. Bei 14,5 Jahren medianer Lebenserwartung fällt ein großer Teil der Kosten in die Jahre 10 bis 15, also genau dort, wo Tarife mit absinkender Erstattung, Endalter oder einem Kündigungsrecht des Versicherers im Leistungsfall unangenehm werden. Gemessen an einer beidseitigen Augen-OP für rund 4.000 Euro relativiert sich der Monatsbeitrag schnell.
Checkliste für Havaneser-Halter
- Bedingungen zu angeborenen und erblichen Erkrankungen prüfen, das ist bei dieser Rasse Kriterium Nummer eins.
- Augenoperationen ausdrücklich eingeschlossen, ohne enges Sublimit und ohne Hilfsmittel-Ausschluss für die Kunstlinse.
- Diagnostik auch ohne folgende OP erstattet, wegen Auge, Rücken und Leber.
- Zahnleistungen und chronische Behandlungen ohne strengen Jahresdeckel, Stichwort Sebadenitis.
- Früh versichern, idealerweise als Welpe, bevor Leber, Knie oder Augen auffällig werden.
- Auf stabile Erstattung im Alter achten, die Rasse wird im Median 14,5 Jahre alt.
Fazit: den Havaneser richtig absichern
Der Havaneser ist insgesamt eine gesunde, ausgesprochen langlebige Rasse, und das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Seine wenigen Schwerpunktrisiken sind fast alle erblich oder angeboren und liegen im oberen Kostenbereich. Grauer Star mit rund 2.000 Euro pro Auge, ein Bandscheiben-Szenario bis 7.000 Euro, die Kniescheibe pro Knie bis 2.500 Euro und der Lebershunt bis 4.000 Euro. Dazu kommt mit der stillen Chondrodystrophie ein Risiko, das kaum ein Tarifwerk auf dem Zettel hat.
Schließe deshalb früh einen Krankenvollschutz ab, der angeborene und erbliche Erkrankungen nicht pauschal ausschließt, Augenoperationen und Diagnostik einschließt, Zahn und chronische Behandlungen deckt und im Alter stabil bleibt. Dann trägt der Schutz über die gesamten 14 bis 15 Jahre, die diese Rasse üblicherweise an deiner Seite ist.
Häufige Fragen zur Havaneser-Versicherung
Ist der Havaneser eine gesunde Rasse?
Im Gesamtbild ja. Er gilt nicht als Extremzucht, und seine mediane Lebenserwartung liegt mit 14,5 Jahren deutlich über dem Median aller Hunde von 12,5 Jahren (McMillan et al. 2024). Der Havaneser ist also kein Sorgenkind wie manche Extremzucht, hat aber ein sehr klar umrissenes Set an Spezialrisiken: Grauer Star, Kniescheibe, die kurzbeinig gezüchteten Vorderläufe, Haut und Fell sowie der angeborene Lebershunt. Genau diese Punkte sind teuer und gehören deshalb in den Tarif.
Wie häufig ist Grauer Star beim Havaneser?
Im norwegischen Augenscreening lag die Katarakt-Prävalenz über 2.581 Untersuchungen bei 5,0 Prozent, im Zeitraum 2018 bis 2022 bei 5,8 Prozent, trotz zwei Jahrzehnten Zuchtselektion ohne Rückgang (Bellamy und Lingaas, 2023). In einer großen nordamerikanischen Auswertung war der Havaneser die zweithäufigste Rasse mit Kataraktdiagnose (Gelatt und MacKay, 2005). Wichtig ist das Alter: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 4,8 Jahren, und in der Gruppe der erst ab acht Jahren untersuchten Hunde hatte fast ein Drittel eine Katarakt. Eine Linsenoperation kostet rund 2.000 Euro pro Auge, beidseitig etwa 4.000 Euro.
Warum hat der Havaneser so kurze Beine?
Weil die Rasse in den letzten Jahrzehnten faktisch chondrodystroph gezüchtet wurde. Eine norwegische Untersuchung an 355 Havanesern fand für das FGF4-Retrogen, das die Kurzbeinigkeit auslöst, eine Häufigkeit des mutierten Allels von 0,975. Nur rund fünf Prozent der Hunde tragen überhaupt noch eine nicht-chondrodystrophe Variante, und diese Tiere sind im Schnitt deutlich größer (Bellamy und Lingaas, 2020). Mit der Bandscheibendegeneration verknüpft ist allerdings ein anderes Retrogen, das CDDY-Allel auf Chromosom 12; wie häufig es beim Havaneser vorkommt, ist nicht publiziert, und eine erhöhte Bandscheibenerkrankungsrate ist für die Rasse nicht belegt.
Wie alt wird ein Havaneser?
In der großen britischen Langlebigkeitsstudie von McMillan und Kollegen (Scientific Reports, 2024) lag die mediane Lebenserwartung des Havanesers bei 14,5 Jahren, ausgewertet über 381 Havaneser mit 56 dokumentierten Todesfällen. Damit gehört die Rasse zu den langlebigsten überhaupt und liegt vor Yorkshire Terrier (13,3 Jahre) und Malteser (13,1 Jahre) aus derselben Auswertung. Für die Tarifwahl heißt das: Ein großer Teil der Lebenszeitkosten fällt in die Jahre 10 bis 15, also genau dort, wo Tarife mit absinkender Erstattung oder Altersgrenzen unangenehm werden.
Reicht eine OP-Versicherung für den Havaneser?
Ein OP-Schutz deckt die großen Eingriffe ab, von der Kniescheiben-OP über die Linsenoperation bis zur Shunt-Operation, und ist der solide Basisschutz. Beim Havaneser entstehen die laufenden Kosten aber häufig ohne OP: die Diagnostik am Auge, die Bildgebung bei Rückenproblemen, die dauerhafte Behandlung einer Sebadenitis und wiederkehrende Zahnsanierungen. Reine OP-Tarife erstatten Diagnostik oft nur dann, wenn tatsächlich operiert wird. Bei einer Rasse mit 14,5 Jahren Lebenserwartung ist der Krankenvollschutz deshalb meist die rundere Wahl.
Weitere Rassen
Quellen
Jede Quelle steht mit der Angabe, die sie belegt. Alle Quellen zuletzt geprüft am 28.08.2026.
- McMillan et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 14:531Belegt: das mediane Lebensalter von 14,5 Jahren für den Havaneser gegenüber 12,5 Jahren über alle Hunde, ausgewertet über 381 Havaneser mit 56 dokumentierten Todesfällen (Supplementary Table S3).
- O’Neill et al., Frequency and risk factors for periodontal disease in dogs under primary veterinary care in the UK, Journal of Small Animal PracticeBelegt: das 3,07-fach erhöhte Parodontitis-Risiko von Hunden unter 10 Kilogramm gegenüber Hunden von 30 bis 40 Kilogramm und das 3,91-fach erhöhte Risiko ab 12 Jahren gegenüber Hunden von zwei bis vier Jahren.
- Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), WelpenstatistikBelegt: 530 Havaneser-, 263 Chihuahua- und 176 Malteser-Welpen im Jahr 2025, jeweils nur für Hunde mit VDH-Papieren.
- FCI-Standard Nr. 250 HavaneseBelegt: die Widerristhöhe von 23 bis 27 Zentimetern mit einer Toleranz von 21 bis 29 Zentimetern und dass der Standard kein Gewicht vorgibt.
- Dalma, Patellaluxation beim Hund: KostenBelegt: 600 bis 1.500 Euro für die Operation je Knie.
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15. August 2022, BGBl. I S. 1401Belegt: die Gebührenpositionen und den 1- bis 3-fachen Satz.
Der Havaneser-Wert aus der McMillan-Studie steht nicht im Haupttext, sondern in deren Zusatzmaterial (Supplementary Table S3). Kostenangaben von Versicherern sind Angaben des jeweiligen Anbieters, keine amtlichen Preise.