PETPROTECT im Überblick
PETPROTECT ist eine Vermittlermarke mit einer Tier-Krankenversicherung und einem reinen OP-Schutz für Hund und Katze sowie einer Hundehaftpflicht; Angebote für Pferde bewerten wir hier nicht. Versichert wird nicht von PETPROTECT selbst: Risikoträger ist laut Impressum die BarmeniaGothaer AG, laut Bedingungswerken die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG.
Die Marke geht mit dieser Konstruktion offen um: Auf den Produktseiten zur Hunde- und Katzenkrankenversicherung steht in der Kopfzeile "Vermittler der BarmeniaGothaer", und die Bedingungswerke führen die Barmenia auf dem Deckblatt. Für dich bedeutet das zweierlei. Erstens leistet im Schadenfall der Risikoträger, nicht PETPROTECT. Zweitens vergleichst du PETPROTECT und die Barmenia nicht als zwei unabhängige Häuser, sondern als zwei Vertriebswege mit eigenen Tarifwerken und eigenen Beiträgen.
Der GOT-Satz: was die Werbung sagt und was die Bedingungen regeln
Regulär erstattet PETPROTECT bis zum 3-fachen Gebührensatz der GOT. Der beworbene 4-fache Satz gilt nach den Bedingungen nur für Leistungen im tierärztlichen Notdienst bei einem vom Tierarzt bestätigten Notfall, dort zusätzlich zur Notdienstgebühr.
Dieser Unterschied ist kein Detail. Paragraf 2 Abs. 1 GOT setzt den Regelrahmen auf das Einfache bis Dreifache des Gebührensatzes, im Notdienst sind nach Paragraf 4 Abs. 1 GOT das Zweifache bis Vierfache plus eine Notdienstgebühr vorgesehen. Ein Tarif, der den 3-fachen Satz erstattet, deckt den Regelrahmen damit ab. Vollständig deckt er ihn aber nicht in jedem Fall: Paragraf 5 Abs. 1 GOT erlaubt im begründeten Einzelfall auch eine Überschreitung des Dreifachen, wenn sie vorher in Textform vereinbart wurde. Die Formulierung "Leistungen bis zum 4-fachen GOT-Satz" auf der Produktseite klingt dennoch nach mehr, als die Bedingungen außerhalb des Notdienstes hergeben. Die Seite selbst schreibt an einer Stelle dazu, es handle sich um den Satz, "der in Notfällen abgerechnet werden kann".
Mehr zur Gebührenordnung und zu den einzelnen Positionen steht in unserem Ratgeber zur Gebührenordnung für Tierärzte.
OP-Schutz für den Hund: drei Tarife
Die OP-Versicherung gibt es in den Stufen Unfall ab 16,02 Euro, Exklusiv ab 18,75 Euro und Exklusiv Plus ab 23,45 Euro im Monat. Nur Exklusiv und Exklusiv Plus decken auch krankheitsbedingte Operationen.
Der Unfall-Tarif leistet ausschließlich für unfallbedingte Operationen, dafür ohne Wartezeit und laut Produktseite ohne Altersgrenze. Exklusiv schließt krankheitsbedingte OPs ein und bezuschusst Prothesen nach 12 Monaten Wartezeit mit bis zu 500 Euro. Exklusiv Plus verlängert die Nachsorge von 30 auf 90 Tage nach der Operation und enthält einen einmaligen Kastrationszuschuss von bis zu 150 Euro.
Zu den Startbeiträgen nennt die Produktseite keine Beispielbedingungen, also weder Rasse noch Alter noch Selbstbeteiligung. Sie sind deshalb nicht nachrechenbar und taugen nur als grobe Einstiegsmarke. Den Beitrag für dein Tier zeigt nur der Rechner. Wie sich die Anbieter im OP-Schutz sonst unterscheiden, steht im Vergleich der Hunde-OP-Versicherungen.
Hundehaftpflicht: gut ausgestattet, aber nicht für jede Rasse
Die Haftpflicht gibt es mit 5, 10 und 20 Mio. Euro Versicherungssumme, im Top-Schutz und im Premium-Schutz optional auch mit 50 Mio. Euro. Ausgeschlossen sind 14 namentlich genannte Rassen.
Leistungsseitig ist das Paket solide: Schäden aus gewolltem und ungewolltem Deckakt sind mitversichert (Ziffer A1-6.3), ebenso das Führen ohne Leine und ohne Maulkorb (Ziffer A1-6.14.4), und es greift eine Forderungsausfalldeckung für Schäden ab 2.500 Euro. Im Top-Schutz sind Schäden an gemieteten Wohnräumen bis zur Versicherungssumme mit 150 Euro Eigenanteil je Schaden gedeckt (Ziffer A1-6.8.1); für den Basis-Schutz nennt die Produktseite 250 Euro Eigenanteil. Für Schäden an gemieteten beweglichen Sachen nennt die Produktseite im Top-Schutz eine Grenze von 10.000 Euro mit 150 Euro Selbstbeteiligung, im Premium-Schutz gilt die Versicherungssumme. Bis zu fünf Hunde laufen in einem Vertrag, der Auslandsschutz reicht im Basis-Schutz 5 Jahre in Europa und 3 Jahre weltweit.
Der entscheidende Punkt steht in Ziffer A1-1.2 b des Bedingungswerks und im FAQ der Produktseite: Die Haftpflicht als Halter sogenannter Kampfhunde ist nicht versichert. Genannt sind American Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Bullmastiff, Bullterrier aller Arten, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Pitbull-Terrier, Rottweiler, Staffordshire-Bullterrier und Tosa Inu. In den Tarifkarten und im Leistungsvergleich der Produktseite taucht der Ausschluss nicht auf, man muss ihn im FAQ suchen. Wer eine dieser Rassen hält, findet passende Angebote in unserem Hundehaftpflicht-Vergleich.
Zu beachten ist außerdem der Versionsstand: Das Bedingungswerk zum Top-Schutz trägt die Formularnummer A 3345-05 mit Stand 09/2021 und ist damit das älteste der von uns geprüften Bedingungswerke.
Was du im Angebot selbst nachsehen musst
Zwei zentrale Größen beziffern die Bedingungen nicht: die Jahreshöchstentschädigung und die Selbstbeteiligung. Die Bedingungen verweisen für die Höhe auf den Versicherungsschein (Krankenversicherung Ziffern 3.8 und 3.7, OP-Schutz Ziffern 2.5 und 2.4).
Das ist bei Tierversicherungen nicht unüblich, macht den Vergleich aber schwer. Ein Tarif ohne Jahreslimit und ein Tarif mit 2.000 Euro Deckel können dieselben Bedingungen haben und sich im Ernstfall vollständig unterscheiden. Immerhin nennt die Produktseite zwei feste Werte: Operationen werden in allen Tarifen unbegrenzt erstattet, im Tarif Komfort gilt für konservative Behandlungen eine Grenze von 500 Euro im Jahr. Den Rest lässt du dir im Angebot ausweisen, bevor du unterschreibst.
Beim Aufnahmealter widerspricht sich die Produktseite selbst. Die Tarifkarte des OP-Tarifs Unfall wirbt mit "Keine Altersgrenzen". Im FAQ derselben Seite steht dagegen: "Hunde nach dem vollendeten 7. Lebensjahr können wir nicht versichern." Beide Aussagen stehen auf petprotect.de/hunde-op-versicherung/, zuletzt geprüft am 30.09.2026. Wer ein älteres Tier versichern will, sollte das vor Antragstellung schriftlich klären lassen und sich nicht auf die Tarifkarte verlassen.
Bei der Krankenversicherung gibt es ein abwählbares Vorsorge- und Zahnpaket mit 50 Euro Vorsorgebudget im Jahr und 300 Euro Zahnbudget. Wer beides selbst zahlen will, senkt damit den Beitrag.
Katzenversicherung: zwei Linien, enge Altersgrenzen
Für Katzen gibt es die Krankenversicherung in Komfort, Exklusiv und Exklusiv+ sowie den OP-Schutz in Exklusiv und Exklusiv Plus. Die Bedingungswerke sind dieselben wie beim Hund.
Der wichtigste Unterschied steht bei der Aufnahme: In die Krankenversicherung nimmt PETPROTECT Katzen ab der vollendeten 8. Lebenswoche nur bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres auf, in den OP-Schutz bis zur Vollendung des siebten. Eine sechsjährige Katze bekommt hier also nur noch den OP-Schutz. Bei jungen Katzen lässt sich die Selbstbeteiligung abwählen, in der Krankenversicherung bis 3 Jahre, im OP-Schutz bis 5 Jahre. Sonst gelten 20 Prozent, höchstens 250 Euro je Einreichung. Beiträge nennen die Katzenseiten nicht, dafür braucht es den Rechner. Wie PETPROTECT gegen einen Anbieter mit veröffentlichten Jahresgrenzen abschneidet, zeigt der Vergleich PETPROTECT vs. hepster.
PETPROTECT kündigen
In der ersten Vertragslaufzeit kündigst du zum Ablauf, ab dem ersten Verlängerungsjahr täglich. Nach einem Versicherungsfall dürfen in der Krankenversicherung beide Seiten kündigen; im OP-Schutz verzichtet der Versicherer darauf ab dem vierten Versicherungsjahr.
In der Krankenversicherung muss die Kündigung nach einem Versicherungsfall spätestens einen Monat nach der Leistung in Textform zugehen. Der Versicherer kann dort außerdem mit drei Monaten Frist zum Ablauf kündigen. Tut er das ab dem vierten Versicherungsjahr, bietet er einen OP-Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung an, sofern er einen vergleichbaren OP-Tarif noch im Neugeschäft führt, und die bisherige Vertragsdauer wird auf dessen besondere Wartezeiten angerechnet. Im OP-Schutz geht PETPROTECT weiter: Ab dem vierten Versicherungsjahr verzichtet der Versicherer auf die Kündigung nach einem Versicherungsfall und bis auf Sonderfälle wie die Aufgabe der ganzen Sparte auch auf die ordentliche Kündigung.
Kündigst du nach einem Versicherungsfall selbst, wird die Kündigung sofort mit Zugang wirksam; du kannst sie aber auf einen späteren Zeitpunkt legen, längstens auf das Ende des laufenden Versicherungsjahres. Eine Kündigung durch den Versicherer wird einen Monat nach Zugang wirksam.
Vor einem Wechsel gilt wie immer: Erst den neuen Schutz verbindlich abschließen, dann kündigen. Sonst entsteht eine Deckungslücke, und beim neuen Anbieter laufen die Wartezeiten von vorn.