Was ist eine Katzenkrankenversicherung und was zahlt sie?
Eine Katzenkrankenversicherung im Vollschutz übernimmt die Tierarztkosten für Behandlungen, Operationen, Medikamente und Diagnostik, je nach Tarif bis zu 100 Prozent. Sie ist die umfassendste Absicherung für deine Katze und deckt deutlich mehr ab als eine reine OP-Versicherung.
Abgedeckt sind ambulante und stationäre Behandlungen, Operationen mit Vor- und Nachsorge, Medikamente sowie Diagnostik wie Röntgen, Ultraschall oder Blutbild. Viele Tarife enthalten ein Budget für Vorsorge und teils Zahnbehandlung. Nach den Branchenzahlen des GDV waren 2024 rund 600.000 Katzen krankenversichert, bei 15,9 Millionen Katzen in Deutschland also etwa vier Prozent (Heimtierstudie 2025 für ZZF und IVH). Dabei kann eine einzige Operation schnell über 1.000 Euro kosten. Wer nur die großen Eingriffe absichern will, fährt mit der reinen Katzen-OP-Versicherung günstiger.
Was kostet eine Katzenkrankenversicherung 2026?
Vollschutz-Tarife für Katzen starten je nach Anbieter und Profil bei rund 11 bis 62 Euro im Monat. Günstige Einstiegstarife gibt es ab etwa 11 Euro, umfangreiche Premium-Tarife liegen höher. Der Beitrag hängt von Rasse, Alter, Wohnort, Freigang und Selbstbeteiligung ab.
| Tarif | Startpreis pro Monat |
|---|---|
| Lassie Mini | ab 10,67 € (Heilbehandlung auf 1.000 €/Jahr gedeckelt; Midi ab 17,07 €, Maxi ab 21,81 €) |
| Dalma Krankenversicherung | ab 15,99 € (laut Dalma 80 % Erstattung und 1.500 € Jahreshöchstleistung; das Bedingungswerk sieht nur 3.000 €, 5.000 € oder unbegrenzt vor) |
| Uelzener Krankenschutz | ab 21,49 € (weiblich, Rassekategorie 1, Aufnahmealter 0 bis 1 Jahr, 1.000 € Jahreslimit, 500 € Selbstbeteiligung) |
| PANDA Krankenvollschutz Basis | ab 24,28 € (ohne Beispielbedingungen) |
| DA Direkt Katzenkrankenversicherung Komfort | 25,90 € (Beispiel: zweijährige Mischlingskatze; kein Ab-Preis veröffentlicht) |
| petolo Premium | ab 30,90 € (ohne Beispielbedingungen) |
| AGILA Exklusiv | ab 44,86 € (ohne Beispielbedingungen) |
| hepster Superior | ab 54,06 € (ohne Selbstbeteiligung, Katze bis 2 Jahre; mit 10 % SB ab 48,66 €) |
| Cleos Welt Katzenkrankenversicherung Basis | 56,49 € (Beispiel laut Rechner: Europäisch Kurzhaar, 2 Jahre, 0 € Selbstbeteiligung; Rundum 59,99 €, Rundum Plus 60,99 €; den Ab-Preis von 11,87 € nennt Cleos Welt ohne Beispielbedingungen) |
| Barmenia Premium | ab 61,42 € (ohne Beispielbedingungen) |
| Figo Tierkrankenversicherung | 22,61 € (Beispiel: Ragdoll, 1 Jahr, 50 % Erstattung, Wohnort Mannheim; Figo-Angaben widersprüchlich: die Katzenseite nennt 22,61 € für 70 %, Wohnort Köln) |
Bei der Lassie starten die drei Katzentarife laut Produktseite bei 10,67 Euro (Mini), 17,07 Euro (Midi) und 21,81 Euro (Maxi) im Monat. Was eine bestimmte Katze kostet, zeigt nur der Rechner; Bedingungen zu den Startwerten nennt Lassie nicht. Der Beitrag bleibt nicht auf dem Einstiegsniveau: Bei Lassie steigt er beim Erreichen der nächsten Altersstufe. Mehr zu den reinen Behandlungskosten steht im Ratgeber Tierarztkosten Katze.
Freigänger oder Wohnungskatze: macht das einen Unterschied?
Ob Freigang den Beitrag beeinflusst, hängt vom Anbieter ab. Lassie nennt als Beitragsmerkmale Rasse, Geschlecht, Alter und Wohnort. petolo berechnet den Beitrag nach Rasse und Alter und unterscheidet nicht nach Freigang. Versichert sind in der Regel beide, nur der Beitrag kann abweichen.
Freigänger sind häufiger von Unfällen, Bissverletzungen und Infektionen betroffen; für FIV weisen Meta-Analysen bei Katzen mit Freigang ein rund viereinhalbfach höheres Risiko aus. Bei Wohnungskatzen rücken dafür chronische Alterserkrankungen und Übergewicht in den Vordergrund. Beide Haltungsformen profitieren vom Schutz, nur die Risikoschwerpunkte unterscheiden sich. Für Freigänger stellt sich zusätzlich die Frage nach der Haftung für Schäden unterwegs; wie die Rechtslage dazu aussieht, steht in der Katzenhaftpflicht.
Typische Katzenkrankheiten und ihre Kosten
Katzen haben typische, oft teure Krankheitsbilder: Zahnerkrankungen wie FORL, chronische Niereninsuffizienz, Harnwegs- und Blasensteine sowie Tumore. Der Anbieter Dalma beziffert einen Harnröhrenverschluss bei Katzen (häufiger bei Katern) mit 300 bis 700 Euro im unkomplizierten Verlauf ohne Operation und 1.000 bis über 1.500 Euro mit Operation und Klinikaufenthalt. Für FORL nennt derselbe Anbieter ca. 400 bis 600 Euro im leichten Fall (Diagnose, Röntgen, Entfernung von 2 Zähnen) und 900 bis über 1.500 Euro für eine vollständige Zahnsanierung mit Röntgen und Nachsorge; laut Dalma können auch leichte OPs schon bei 1.000 Euro beginnen. Für eine Tumoroperation gibt es keine belastbare Durchschnittszahl, sie hängt stark von Lage, Größe und Nachsorge ab.
Gerade chronische Erkrankungen wie eine Niereninsuffizienz verursachen über Jahre laufende Kosten für Medikamente und Kontrollen, die eine reine OP-Versicherung nicht übernimmt. Hier zeigt sich der Wert des Vollschutzes, der auch die dauerhafte Behandlung trägt.
Worauf du beim Leistungsvergleich achten solltest
Beim Vergleich zählen fünf Punkte am meisten: Erstattungssatz, erstattungsfähiger GOT-Satz, Jahreshöchstgrenze, Selbstbeteiligung und Wartezeit. Ein günstiger Beitrag nützt wenig, wenn der Tarif bei einer teuren Rechnung zu früh gedeckelt ist.
Erstattungssatz
Gute Tarife erstatten bis zu 100 Prozent. Lassie macht die Erstattung über eine wählbare Selbstbeteiligung steuerbar, petolo erstattet im Tarif Premium 80 Prozent und 100 Prozent, wenn vor Behandlungsbeginn eine digitale Erstberatung per Videosprechstunde mit Überweisung durch den Online-Tierarzt stattfand; Premium Plus erstattet auch ohne Erstberatung 100 Prozent.
GOT-Satz
Tarife sollten bis zum 4-fachen GOT-Satz erstatten. Lassie leistet in allen Tarifen bis 4-fach, hepster erst ab dem Premium-Tarif, AGILA im Tierkrankenschutz ebenfalls bis 4-fach. Die Barmenia erstattet regulär bis 3-fach und im Notdienst bis 4-fach. Die Uelzener erstattet unabhängig vom GOT-Satz. petolo nennt den 4-fachen Satz auf seiner Produktseite, das Bedingungswerk beziffert keinen Faktor.
Jahreslimit und Zahn
Am besten unbegrenzt. petolo deckelt nur das erste Versicherungsjahr (je nach Tarif 500, 1.000 oder 1.500 Euro einschließlich der Budgets) und zahlt ab dem zweiten Jahr ohne Limit, Uelzener lässt die Grenze wählen. Die Barmenia versichert Operationen ohne Jahreslimit, Heilbehandlungen dagegen bis 400 Euro (Basis), 800 Euro (Top) oder 1.200 Euro im Jahr, in Premium und Premium Plus wahlweise unbegrenzt. Zahnbehandlung inklusive Zahnersatz (Premium und Premium Plus bis 500 Euro, Top bis 150 Euro) und Vorsorge werden auf diese Heilbehandlungsgrenze angerechnet. Bei AGILA gibt es Zahn und Vorsorge nur über Zusatzbausteine (Zahn 250, 500 oder 1.000 Euro, Vorsorge 50, 100 oder 150 Euro im Jahr), die nur beim Abschluss wählbar sind; ohne Zahnbaustein sind auch Zahnextraktion und Zahnsteinentfernung nicht versichert.
GOT-Satz: warum die Erstattungshöhe entscheidet
Seit der GOT-Novelle vom 22. November 2022 dürfen Tierärzte höhere Gebührensätze abrechnen. Tarife, die bis zum 4-fachen GOT-Satz erstatten, fangen auch teure Notdienst- und Spezialrechnungen ab. Wer nur den einfachen Satz absichert, bleibt auf einem Teil der Kosten sitzen.
Bei Katzen betrifft das vor allem Notfälle wie einen Harnröhrenverschluss, der sofort behandelt werden muss. Die Hintergründe erklären wir im Ratgeber GOT einfach erklärt.
Wartezeiten bei der Katzenkrankenversicherung
Üblich sind rund 30 Tage bzw. ein Monat allgemeine Wartezeit, bei Unfällen entfällt sie meist. Für bestimmte Erkrankungen gelten längere Wartezeiten, bei Zahnerkrankungen wie FORL etwa bis zu 18 Monate.
petolo kennt laut Bedingungen gar keine Wartezeiten, auch keine verlängerten für einzelne Erkrankungen, bei Lassie sind es 30 Tage mit 18 Monaten für FORL, bei Barmenia sind es 30 Tage und für Operationen bei ED, HD, Ektropium, Patellaluxation und weiteren benannten Diagnosen 18 Monate, im Tarif Premium Plus 6 Monate. Bei AGILA gilt ein Monat, für acht benannte Diagnosen wie Allergien, Tumorerkrankungen und Kreuzbandprobleme sechs Monate; bei Unfällen entfallen beide Wartezeiten. Die Uelzener rechnet mit 30 Tagen, bei Unfällen mit 5 Tagen und für 18 benannte Erkrankungen wie HD oder Patellaluxation sowie für angeborene und rassespezifische Erkrankungen mit einem Jahr. Prüfe vor Abschluss, welche typischen Katzenerkrankungen mit verlängerter Wartezeit belegt sind.
Ab welchem Alter und mit Vorerkrankungen versichern?
Die meisten Anbieter nehmen Katzen bis zum 5. bis 10. Lebensjahr neu auf, Uelzener, Cleos Welt, Lassie und Figo sogar ohne feste Altersgrenze. Bestehende Vorerkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen. Deshalb gilt: je früher der Abschluss, desto günstiger und vollständiger der Schutz.
| Anbieter | Aufnahme bis |
|---|---|
| Uelzener | keine Altersgrenze |
| Cleos Welt | keine Altersgrenze (ab 8. Woche) |
| Lassie | keine Altersobergrenze |
| AGILA | Neuabschluss bis höchstens 10 Jahre (ab 8. Woche), danach ohne Kündigung lebenslang versichert |
| petolo | bis einen Tag vor dem 9. Geburtstag |
| hepster | bis 6 Jahre (Eintrittsalter unter 7) |
| Barmenia | bis unter 6 Jahre |
Für ältere Katzen kommt die Uelzener wegen der fehlenden Altersgrenze in Frage; der Beitrag steigt dort fest um 9 Prozent pro Jahr. Wurde eine Erkrankung bereits diagnostiziert, bleibt der betroffene Bereich meist vom Schutz ausgenommen. Die Uelzener versichert vorerkrankte Katzen laut Produktseite nach einer Gesundheitsprüfung mit individuellem Ausschluss bestimmter Behandlungen. Ebenfalls ohne Altersgrenze nimmt Cleos Welt auf, deren Tarife die Uelzener als Risikoträger trägt; dort steigt der Beitrag altersbedingt um 3 Prozent im Jahr, und Erkrankungen mit dokumentierten Symptomen vor Ablauf der Wartezeit bleiben ausgeschlossen.
Selbstbeteiligung: wie du den Beitrag steuerst
Mit einer Selbstbeteiligung senkst du den Monatsbeitrag, übernimmst im Schadenfall aber einen Anteil selbst. Lassie lässt sie frei wählen (0, 20 oder 40 Prozent), petolo kennt keine feste Selbstbeteiligung, der Eigenanteil ergibt sich aus dem Erstattungssatz und liegt im Tarif Premium Plus bei null; hepster bietet im Tarif Superior eine Variante ganz ohne Eigenanteil.
Bei einer jungen, gesunden Katze kann eine moderate Selbstbeteiligung den Beitrag spürbar senken. Bei älteren Tieren oder chronischen Erkrankungen fährst du mit niedrigem oder keinem Eigenanteil meist besser, weil die Behandlungskosten häufiger anfallen.
OP-Schutz oder Vollschutz: der direkte Vergleich
Die OP-Versicherung zahlt nur bei Operationen und ist günstiger, der Vollschutz übernimmt zusätzlich Behandlungen, Medikamente und Diagnostik. Weil viele Katzenkrankheiten wie eine Niereninsuffizienz medikamentös statt operativ behandelt werden, lohnt bei Katzen oft der Vollschutz.
| Kriterium | OP-Schutz | Vollschutz |
|---|---|---|
| Deckung | nur Operationen | Operationen plus Behandlungen und Medikamente |
| Beitrag | günstiger | ab rund 11 €/Monat |
| Ideal für | gesunde Katzen, knappes Budget | chronische Erkrankungen, planbare Kosten |
Nur der Basisschutz gesucht? Zum Vergleich der Katzen-OP-Versicherung.
Lohnt sich eine Katzenkrankenversicherung?
Für viele Halter lohnt sie sich, besonders bei Rassekatzen und Freigängern. Seit der GOT-Novelle sind die Tierarztkosten gestiegen, und chronische Erkrankungen oder eine einzelne Operation können die Beiträge mehrerer Jahre übersteigen.
Bei einem Einstiegsbeitrag ab rund 11 Euro im Monat zahlst du gut 130 Euro im Jahr. Eine Zahnsanierung, eine Harnwegs-OP oder eine langjährige Nierentherapie liegt schnell darüber. Wer Rücklagen hat und nur das Existenzrisiko absichern will, kann alternativ eine reine OP-Versicherung wählen.
Was ist im Vollschutz nicht abgedeckt?
Ausgeschlossen sind in der Regel bereits bestehende Vorerkrankungen, rein kosmetische Eingriffe und je nach Tarif eine Kastration ohne medizinischen Grund. Für einzelne Leistungen wie Zahnerkrankungen gelten zudem verlängerte Wartezeiten.
- Vorerkrankungen: alles, was vor Abschluss diagnostiziert oder behandelt wurde.
- Kosmetische Eingriffe und Kastration ohne medizinische Notwendigkeit (je nach Tarif).
- Verlängerte Wartezeiten für Zahnerkrankungen wie FORL, teils bis 18 Monate. Wer den Zahnbereich gezielt absichern will, findet bei der Uelzener eine eigenständige Katzen-Zahnversicherung ab 4,95 Euro im Monat (Kater der Rassekategorie 2, 0 bis 1 Jahr, 1.000 Euro Erstattungshöhe, 500 Euro Selbstbeteiligung, abgerufen 16.10.2026).
Alle Gesundheitsfragen solltest du vollständig und wahrheitsgemäß beantworten, sonst droht im Leistungsfall die Kürzung.
Wie läuft die Kostenerstattung ab?
Bei den meisten Anbietern reichst du die Tierarztrechnung per App oder Kundenportal ein und bekommst den erstattungsfähigen Anteil überwiesen, oft innerhalb weniger Tage. Einzelne Tarife bieten Direktabrechnung, dann gehst du nicht in Vorkasse.
petolo bindet eine Videosprechstunde ein, rechnet aber nicht direkt mit der Praxis ab, hepster sieht die Direktabrechnung mit der Praxis in allen Tarifen vor, wenn du sie anweist, Lassie wickelt die Einreichung über die App ab und rechnet auf Wunsch mit teilnehmenden Praxen direkt ab. Die Barmenia rechnet in allen Tarifen auf deine ausdrückliche Anweisung direkt mit Tierarzt oder Klinik ab, das klärst du vorab mit der Praxis; Telemedizin ist in allen ihren Kranken-Tarifen versichert. Reiche alle Belege vollständig ein, damit die Erstattung nicht verzögert wird.
Katzenkrankenversicherung wechseln oder kündigen
Ein Wechsel ist möglich, aber heikel: Meist beginnen die Wartezeiten beim neuen Anbieter von vorn, und zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen gelten als Vorerkrankung und können ausgeschlossen werden. Die Barmenia verzichtet bei einem lückenlosen Wechsel mit vergleichbarem Vorschutz auf die allgemeine Wartezeit und rechnet die Vorversicherungszeit auf besondere Wartezeiten an. Ein bestehender guter Tarif ist oft mehr wert als ein paar Euro Ersparnis.
Die Kündigungsfrist unterscheidet sich je Anbieter deutlich: Bei AGILA können beide Seiten spätestens einen Monat vor Ablauf des Versicherungsjahres kündigen, nach einem Versicherungsfall verzichtet AGILA auf die Kündigung; hepster arbeitet mit Monats- oder Jahresabo (im Monatsabo nach zwölf Monaten Mindestlaufzeit zum Ende des Folgemonats kündbar), Lassie gewährt nach zwölf Monaten ein tägliches Kündigungsrecht, bei der Uelzener kündigst du mit einem Monat Frist zum Ablauf der Erstlaufzeit und danach monatlich; nach einem Versicherungsfall verzichtet die Uelzener in der Krankenversicherung auf die Kündigung, sofern er nach der allgemeinen Wartezeit eintritt, zum Vertragsablauf kann sie ordentlich kündigen und muss dann eine OP-Versicherung anbieten. Bei der Barmenia kündigst du in der ursprünglich vereinbarten Laufzeit zum Ablauf ohne Frist, danach täglich. Schau in deinen Vertrag. Sichere erst den neuen Schutz verbindlich ab, bevor du den alten Vertrag kündigst, damit keine Deckungslücke entsteht.
Kitten versichern: warum der frühe Abschluss zählt
Für Kitten lohnt sich der frühe Abschluss besonders. Der Beitrag ist niedrig, und es liegen noch keine Vorerkrankungen vor, die ausgeschlossen werden könnten. Viele Anbieter versichern junge Katzen ab der 8. Lebenswoche.
Gerade in den ersten Lebensjahren kommt es zu Unfällen, verschluckten Fremdkörpern oder angeborenen Problemen. Wer die Katze früh versichert, sichert diese Phase ab und vermeidet spätere Leistungsausschlüsse durch zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen.
Katzenkrankenversicherung für Rassekatzen
Rassekatzen haben oft bekannte gesundheitliche Veranlagungen, für die sich ein Vollschutz besonders lohnt. Maine Coon und Britisch Kurzhaar neigen zur Herzmuskelerkrankung HCM, Perser und Britisch Kurzhaar zur Nierenerkrankung PKD. Solche chronischen Diagnosen verursachen über Jahre laufende Kosten.
Weil bereits bestehende oder angeborene Erkrankungen vom Schutz ausgeschlossen sein können, ist der frühe Abschluss bei Rassekatzen entscheidend. Achte bei der Tarifwahl auf einen hohen Erstattungssatz und ein ausreichendes Jahreslimit, damit auch eine langwierige Behandlung getragen wird.
Wie Anbieter mit Erbkrankheiten umgehen, unterscheidet sich deutlich. Lassie schließt angeborene, genetische und rassespezifische Krankheiten grundsätzlich aus, egal wann sie auftreten; ausgenommen sind nur sieben Diagnosen wie FORL und das brachycephale Syndrom, die nach 18 Monaten versichert sind. Figo kennt laut eigener FAQ keine rassespezifischen Ausschlüsse und übernimmt meist erblich bedingte Erkrankungen, die erst später auftreten; angeborene Krankheiten bzw. Fehlentwicklungen, die bei Versicherungsbeginn bestehen, schließen die Figo-Bedingungen aus (Artikel 6.1 Nr. 1). Die Uelzener versichert angeborene und rassespezifische Erkrankungen nach einem Jahr Wartezeit; tritt die Erkrankung vorher auf, besteht trotzdem Anspruch, wenn die Behandlung erst nach Ablauf erfolgt. Dalma schließt angeborene und vererbte Krankheiten laut Bedingungen aus und nennt in der Leistungstabelle bei Katzen ausdrücklich HCM, PRA und das brachycephale Syndrom als nicht abgedeckt.
Wie hoch sollte das Jahreslimit sein?
Am besten unbegrenzt. Weil chronische Katzenkrankheiten über Jahre Kosten verursachen und einzelne Operationen mehrere tausend Euro erreichen, ist ein hohes oder unbegrenztes Jahreslimit entscheidend. Niedrig gedeckelte Tarife sind bei einer langwierigen Behandlung schnell ausgeschöpft.
petolo zahlt im ersten Versicherungsjahr je nach Tarif höchstens 500, 1.000 oder 1.500 Euro und ab dem zweiten Jahr ohne Limit, Uelzener lässt die Grenze zwischen 1.000 Euro, 5.000 Euro und unbegrenzt wählen, bei AGILA liegt die Jahressumme bei 2.500 Euro (Basis), 5.000 Euro (Komfort) oder unbegrenzt (Exklusiv, im Flex wählbar). Ein Tarif mit 500 Euro Jahreslimit reicht bei einer chronischen Erkrankung meist nicht aus.
Häufige Fehler beim Abschluss
Die häufigsten Fehler sind ein zu niedriger GOT-Satz, ein zu niedriges Jahreslimit, übersehene Wartezeiten bei Zahnerkrankungen und ein zu später Abschluss. Jeder dieser Punkte kann im Leistungsfall teuer werden.
- Nur einfacher GOT-Satz: im Notfall bleibst du auf einem großen Teil der Rechnung sitzen.
- Niedriges Jahreslimit: bei chronischen Erkrankungen schnell ausgeschöpft.
- Wartezeiten übersehen: Zahnerkrankungen wie FORL sind oft erst nach 18 Monaten gedeckt.
- Zu spät abgeschlossen: mit dem Alter steigen Beitrag und Ausschlussrisiko.
Die Anbieter im Kurzprofil
Elf Anbieter stehen in unserem Vollschutz-Vergleich für Katzen. petolo und Lassie punkten beim Preis-Leistungs-Verhältnis, Uelzener bei älteren Katzen, Barmenia beim Leistungsumfang, AGILA und hepster als solide Allrounder, Dalma mit dem flexiblen Baukasten-Modell, Figo mit wählbarem Jahreslimit und Aufnahme ohne Altersgrenze, PANDA mit einem Exklusiv-Tarif ohne Jahreslimit, DA Direkt als eigener Versicherer ohne Wartezeit und ohne Höchstalter in den Bedingungen, Cleos Welt mit 6 Monaten besonderer Wartezeit und Aufnahme ohne Höchstalter.
- petolo Premium: 80 Prozent Erstattung, 100 Prozent nach digitaler Erstberatung mit Überweisung vor Behandlungsbeginn (Videosprechstunde laut Anbieter über FirstVet), im ersten Jahr höchstens 1.000 Euro, ab dem zweiten Jahr ohne Jahreslimit, keine Wartezeit. Monatlich kündbar; wer im ersten Jahr eine Erstattung erhalten oder eine Videosprechstunde genutzt hat, frühestens zum Ende des zwölften Monats. Der Versicherer verzichtet auf die ordentliche Kündigung, kann nach einem Versicherungsfall aber kündigen. petolo im Test.
- Lassie: günstiger Einstieg, flexible Selbstbeteiligung, OP unbegrenzt, gratis Video-Tierarzt, auch für Freigänger. Angeborene, genetische und rassespezifische Krankheiten sind bis auf sieben Diagnosen ausgeschlossen. Lassie im Test.
- Uelzener Krankenschutz: ohne Altersgrenze, Erstattung unabhängig vom GOT-Satz, Limit 1.000 Euro, 5.000 Euro oder unbegrenzt. Der Beitrag steigt fest um 9 Prozent pro Jahr. Uelzener im Test.
- Barmenia Premium: breiter Leistungsumfang mit Zahnbehandlung inklusive Zahnersatz bis 500 Euro und Vorsorge-Zuschuss von 100 Euro, beides im Rahmen der Heilbehandlungsgrenze. Risikoträger ist die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG. Barmenia im Test.
- AGILA Exklusiv: bis 4-facher GOT-Satz, unbegrenzt, Neuabschluss bis höchstens 10 Jahre, ab dem 8. Geburtstag höchstens 80 Prozent Erstattung. AGILA im Test.
- hepster Superior: 100 Prozent digital, keine Selbstbeteiligung, unbegrenzt. hepster im Test.
- Dalma Krankenversicherung: Erstattung 80 oder 100 Prozent, Heilbehandlung bis 3.000 Euro, 5.000 Euro oder unbegrenzt, OP unbegrenzt, Vorsorge-Budget von 0, 70 oder 100 Euro ohne Wartezeit, für FORL 12 Monate Wartezeit. Angeborene und vererbte Krankheiten schließen die Bedingungen aus, laut Leistungstabelle etwa HCM. Auszahlung laut Dalma in 48 Stunden, vertraglich innerhalb von 5 Werktagen. Ab dem 10. Lebensjahr sinkt der Deckungssatz bei Erkrankungen pro Verlängerungsjahr um 5 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Satz. Dalma ist Vermittler, Versicherer laut Bedingungen ist die Seyna SA. Dalma im Test.
- Figo Tierkrankenversicherung: Erstattungssatz 50, 70 oder 90 Prozent, Jahreslimit 3.000 Euro, 6.000 Euro oder unbegrenzt, ohne Altersgrenze. Zahnbehandlung nur mit dem Zusatzbaustein Gebiss, der nur bis 8 Jahre abschließbar ist. Figo im Test.
- PANDA Krankenvollschutz: drei Stufen, im Exklusiv ohne Jahreslimit, Operationen bis zum 4-fachen GOT-Satz und Schutzbudget 100 Euro. Im Komfort im ersten Jahr nur 600 Euro für Behandlungen, im Basis sind FORL und Tumore ausgeschlossen, ab Komfort zusammen mit weiteren Diagnosen auf höchstens 6.000 Euro über die Laufzeit begrenzt. Aufnahme bis zum 7. Geburtstag. PANDA im Test.
- DA Direkt Katzenkrankenversicherung: eigener Versicherer (DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG, zugleich Versicherer hinter petolo), drei Stufen mit 60, 80 und 100 Prozent Erstattung, in Komfort und Premium 80 beziehungsweise 100 Prozent nach digitaler Erstberatung mit Überweisung vor Behandlungsbeginn, keine Wartezeit, Verkehrsunfall-OP immer 100 Prozent, im ersten Jahr höchstens 500 bis 1.500 Euro, danach ohne Jahreslimit, Fehlentwicklungen wie FORL als Zuschuss bis 2.500 Euro je Fehlentwicklung. Kein Ab-Preis veröffentlicht, Beispiel laut Produktseite 25,90 Euro im Komfort-Tarif für eine zweijährige Mischlingskatze. DA Direkt im Test.
- Cleos Welt Katzenkrankenversicherung: Basis, Rundum und Rundum Plus mit laut Cleos Welt 5.000 Euro, 10.000 Euro oder unbegrenztem Jahreslimit und bis zum 3- beziehungsweise 4-fachen GOT-Satz, im Basis Operationskosten höchstens 1.000 Euro im Jahr, Aufnahme ohne Höchstalter, besondere Wartezeit 6 Monate (Basis 12). Waren vor Ablauf der Wartezeit Symptome dokumentiert, bleibt die Erkrankung ausgeschlossen. Das Brachyzephale Syndrom, etwa bei Perserkatzen, ist in Rundum und Rundum Plus auf 1.000 beziehungsweise 2.500 Euro über die Laufzeit begrenzt, im Basis nicht versichert. Der Beitrag steigt altersbedingt jährlich um 3 Prozent, Anpassungen nach der Schaden- und Kostenentwicklung sind zusätzlich möglich. Hinter Cleos Welt steht laut Impressum der Versicherungsvertreter Cleo & You GmbH, Risikoträger ist die Uelzener. Cleos Welt im Test.
Was sagt Stiftung Warentest zur Katzenkrankenversicherung?
Stiftung Warentest hat den Katzen-Vollschutz bislang nicht getestet. Der aktuellste Test (Finanztest 02/2026, veröffentlicht am 20.01.2026) bewertete ausschließlich Katzen-OP-Versicherungen: 57 Tarife in 181 Tarifvarianten. Kein einziger erhielt die Note Sehr gut, 86 Varianten (48 Prozent) wurden mit Gut bewertet. Einen Vollschutz-Testsieger gibt es also nicht.
Vorsicht bei Portalen, die einen Testsieger für die Katzenkrankenversicherung behaupten: Das bezieht sich auf den OP-Test oder ist Eigenwerbung. Wir kennzeichnen deshalb keinen Vollschutz-Testsieger.
Checkliste vor dem Abschluss
Vor dem Abschluss solltest du fünf Punkte prüfen: erstattungsfähiger GOT-Satz (idealerweise 4-fach), Jahreshöchstgrenze (am besten unbegrenzt), Erstattungssatz, Wartezeiten (auch für FORL) und Aufnahmealter.
- Erstattet der Tarif bis zum 4-fachen GOT-Satz oder unabhängig davon?
- Ist die Jahreshöchstgrenze unbegrenzt oder ausreichend hoch?
- Sind Zahnbehandlung und Vorsorge enthalten oder nur Zusatzbaustein?
- Wie lang sind die Wartezeiten, besonders für Zahnerkrankungen?
- Wird deine Katze nach Alter aufgenommen, spielt Freigang eine Rolle?