Wer ist die Allianz?
Die Allianz ist Deutschlands größter Versicherer. Risikoträger der Tierkrankenversicherung ist die Allianz Versicherungs-AG, ein von der BaFin beaufsichtigter deutscher Erstversicherer, der Tierkrankenpolicen bereits seit 2011 anbietet.
Zum 4. Februar 2026 hat die Allianz ihr Tier-Portfolio grundlegend neu aufgestellt und für Hunde, Katzen und Pferde klar strukturierte Tarife eingeführt. Anders als die vielen jungen Insurtechs am Markt bringt die Allianz die Bilanzstärke und den Filialvertrieb eines Konzerns mit. Abschluss und Verwaltung laufen wahlweise online über den Tarifrechner oder persönlich über eine Allianz-Agentur.
Welche Tarife bietet die Allianz?
Die Allianz bietet zwei Produktarten: den günstigeren OP-Schutz und den umfassenden Vollschutz. Beide gibt es in je vier Leistungslinien, von Basis über Smart und Komfort bis Premium.
Der OP-Schutz übernimmt die Kosten notwendiger Operationen durch Unfall, Krankheit oder Fehlentwicklung, inklusive Nachbehandlung in der Tierklinik und bereits enthaltener Basisvorsorge. Der Vollschutz deckt zusätzlich Behandlungen ohne Operation ab: ambulante und stationäre Behandlungen, Diagnostik, Medikamente sowie alternative Methoden wie Homöopathie. Über die vier Linien steuerst du Erstattungshöhe, Jahreslimit und Vorsorgeumfang. Was für dein Tier ausreicht, erklärt unser Vergleich OP-Versicherung gegen Vollschutz.
Was kostet die Allianz Tierkrankenversicherung?
Der OP-Schutz startet laut Allianz bei 4,96 Euro im Monat für Katzen und 6,69 Euro für Hunde (Basis-Tarif, 20 Prozent Selbstbeteiligung, Stand August 2026). Der Vollschutz kostet mehr, hier nennt die Allianz keinen einheitlichen Ab-Preis.
Die genannten Ab-Preise gelten für junge, gesunde Tiere in der günstigsten Basis-Linie. Der tatsächliche Beitrag hängt von Tierart, Rasse, Alter, gewählter Linie und Selbstbeteiligung ab und steht erst nach der Berechnung fest. Wie sich die Kosten am Markt einordnen, zeigt unser Hundekranken-Vergleich und die Katzenkrankenversicherung.
Erstattung und GOT-Satz
Die Allianz erstattet je nach gewählter Selbstbeteiligung 80, 90 oder 100 Prozent der Tierarztkosten. Im medizinischen Notfall wird bis zum 4-fachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte erstattet, das ist der Höchstsatz.
Zusätzlich übernimmt die Allianz im Notfall die Notdienstgebühr (aktuell 50 Euro netto) sowie Orthesen und Hilfsmittel nach einer versicherten OP bis zu 1.000 Euro. Warum der erstattungsfähige GOT-Satz seit der Novelle von 2022 zum wichtigsten Vergleichskriterium geworden ist, erklärt unser Ratgeber GOT einfach erklärt.
Selbstbeteiligung und Deckelung
Du wählst zwischen keiner, 10 oder 20 Prozent Selbstbeteiligung. Beim Hund ist der Eigenanteil pro Rechnung gedeckelt: auf maximal 500 Euro bei 10 Prozent und maximal 1.000 Euro bei 20 Prozent. Ohne Selbstbeteiligung liegt die Erstattung bei 100 Prozent.
Die Deckelung ist der entscheidende Vorteil dieses Modells: Auch bei einer teuren Operation über mehrere tausend Euro bleibt dein Eigenanteil begrenzt, während er bei ungedeckelten Tarifen anderer Anbieter voll prozentual mitwächst. Wichtig: Die Deckelung fällt je Tierart unterschiedlich aus. Der in der Fachpresse genannte Wert von 1.500 Euro bezieht sich auf Pferde, nicht auf Hunde.
Jahreshöchstleistung je Tarif
Die jährliche Höchstleistung steigt mit der Linie. Beim Vollschutz für Hunde reicht sie vom Basis-Tarif mit 2.500 Euro pro Jahr bis zum Premium-Tarif mit unbegrenzter Leistung.
Für Halter, die sich gegen wirklich hohe Rechnungen absichern wollen, ist die unbegrenzte Deckung im Premium-Tarif das stärkste Argument. Eine Notfalloperation bei einer Magendrehung kostet beim Hund je nach Klinik und GOT-Satz rund 2.000 bis 5.000 Euro, chronische Erkrankungen summieren sich über Jahre. Wer beim Jahreslimit spart, sollte prüfen, ob die Basis-Deckung im teuren Ernstfall reicht.
Wartezeiten bei der Allianz
Nach einem Unfall zahlt die Allianz ohne Wartezeit ab Vertragsbeginn. Bei Krankheit und Fehlentwicklung gilt dagegen eine allgemeine Wartezeit von 3 Monaten, ebenso für chirurgische Kastration, Sterilisation und Notkaiserschnitt. Die Basisvorsorge ist ab Tag eins abgedeckt.
Zwei Ausnahmen machen die Regelung attraktiv: Für Jungtiere unter 6 Monaten bei Vertragsbeginn entfällt die Wartezeit vollständig, auch bei Krankheit. Und beim nahtlosen Wechsel von einem Vorversicherer (Anschluss innerhalb von 14 Tagen) verzichtet die Allianz auf die Wartezeit für bereits versicherte Risiken. Die 3 Monate bei Krankheit sind ehrlich betrachtet länger als bei Anbietern wie petolo, das ganz auf die allgemeine Wartezeit verzichtet.
Aufnahmealter: ab 8 Wochen, ohne Obergrenze
Die Allianz nimmt Hunde und Katzen ab 8 Wochen auf und kennt keine generelle Altersobergrenze. Auch ein Tier mit 10 oder mehr Jahren lässt sich neu versichern. Alle Rassen sind aufnahmefähig, die Allianz nennt keine Rasseausschlüsse und kein Höchstaufnahmealter. Für anerkannte Assistenzhunde nach Paragraf 33 SGB V verdoppelt sie die jährliche Höchstsumme für die Basisvorsorge.
Das ist eine echte Stärke: Viele Wettbewerber setzen die Aufnahmegrenze bei 8 oder 9 Jahren. Die Allianz spielt hier in einer Liga mit der Uelzener, die ebenfalls ohne Altersgrenze aufnimmt. Für Halter älterer Tiere ist das oft der wichtigste Punkt überhaupt.
Vorerkrankungen: versicherbar, mit Ausschluss
Anders als viele Anbieter versichert die Allianz auch Tiere mit Vorerkrankungen. Bei Antragstellung stellt sie Gesundheitsfragen zu Erkrankungen und Behandlungen der letzten 24 Monate. Bereits bestehende Erkrankungen werden im Versicherungsschein dokumentiert und bleiben über die Vertragslaufzeit ausgeschlossen, versichert sind alle neu auftretenden Erkrankungen.
Du erfährst direkt bei Antragstellung, ob dein Tier versicherbar ist. Dass ein akut oder chronisch erkranktes Tier überhaupt aufgenommen wird, ist am Markt keine Selbstverständlichkeit. Der Ausschluss bereits bekannter Diagnosen ist dabei branchenüblich und kein Allianz-Sonderweg.
Direktabrechnung und KI-Schadenabwicklung
Die Allianz bietet Direktabrechnung mit Tierarztpraxis oder Klinik an, dann musst du nicht in Vorleistung gehen. Alternativ fotografierst du die Rechnung und reichst sie per App oder online ein. Über 40 Prozent der digitalen Rechnungen werden per Künstlicher Intelligenz in unter 4 Stunden bearbeitet und ausgezahlt.
Die Wahlfreiheit zwischen Direktabrechnung und schneller Erstattung ist ein starkes Praxisargument. Direktabrechnung entlastet dich gerade bei teuren Operationen, weil kein vierstelliger Betrag zwischenfinanziert werden muss. Diesen Komfort bietet sonst vor allem hepster, das die Direktabrechnung in allen Tarifen vertraglich vorsieht; die Uelzener ermöglicht sie per Abtretungserklärung, sofern die Praxis mitmacht. SantéVet bietet sie ausdrücklich nicht an, dort gehst du bei jeder Rechnung in Vorkasse.
Vorsorge und Vorsorgebonus
Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen, Entwurmung und Mikrochip sind schon im OP-Schutz enthalten, allerdings erst ab der Linie Smart: Smart bis 50 Euro pro Jahr, Komfort und Premium bis 100 Euro. Der Basis-Tarif, auf den sich der Ab-Preis bezieht, enthält keine Basisvorsorge. Ab Smart gibt es sie ohne Wartezeit und ohne Selbstbeteiligung. Dazu kommt ein Vorsorgebonus in zwei Stufen: plus 50 Euro nach einem leistungsfreien Jahr, plus insgesamt 150 Euro nach zwei aufeinanderfolgenden leistungsfreien Jahren.
Der Clou am Bonus: Die Abrechnung von Vorsorgemaßnahmen gilt nicht als Leistungsinanspruchnahme. Der Zuschuss wächst also weiter, selbst wenn du regelmäßig Impfungen einreichst. Für Assistenzhunde wie Blindenführ- oder Signalhunde verdoppelt sich der Zuschuss bei gleicher Systematik. Dass Vorsorge schon im günstigen OP-Schutz steckt, ist am Markt nicht selbstverständlich.
Die Allianz für Katzen
Für Katzen gelten dieselben zwei Produktarten und vier Linien wie beim Hund. Der Katzen-OP-Schutz startet bei 4,96 Euro im Monat, der Vollschutz kostet mehr. Für Kitten unter 6 Monaten bei Vertragsbeginn entfällt die Wartezeit komplett.
Je nach Tarif erstattet die Allianz auch Zahnbehandlungen und chirurgische Behandlungen der Maulhöhle sowie chirurgische Kastration oder Sterilisation. Gerade Zahnerkrankungen wie FORL sind bei Katzen häufig, deshalb lohnt der Blick auf die höheren Linien. Versichert sind alle Katzen, ob Rassekatze, Freigänger oder Wohnungskatze. Den Marktvergleich findest du in der Katzenkrankenversicherung.
Leistungen im Detail
Je nach Tarif deckt die Allianz auch rassespezifische Erkrankungen wie Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellenbogengelenksdysplasie (ED), Patellaluxation und Lidanomalien ab. Hinzu kommen Telemedizin, alternative Heilmethoden und ein weltweiter Auslandsschutz.
- Rassespezifisch: HD, ED, Patellaluxation und Lidanomalien sind je nach Tarif versicherbar.
- Telemedizin: Online-Sprechstunden und Videoberatung mitversichert, sofern nach GOT abgerechnet.
- Alternative Methoden: zum Beispiel Homöopathie, je nach Tarif erstattungsfähig.
- Ausland: weltweiter Schutz bei Reisen bis zu 12 Monaten.
- Einschläferung: die Kosten der Einschläferung durch Injektion werden erstattet.
Auszeichnungen und Kundenbewertungen
Focus Money zeichnete die Allianz als "Fairster Tierkrankenversicherer" mit der Note "Sehr gut" aus (Ausgabe 13/2026), Grundlage war eine ServiceValue-Studie mit 3.229 Versicherten und 42 bewerteten Anbietern. Focus Money-Versicherungsprofi vergab zusätzlich "Produkt des Monats" (05/2026). Auf der Bewertungsplattform eKomi liegt die Allianz bei rund 4,8 von 5 aus knapp 200 Bewertungen (eKomi Gold, Stand August 2026).
Das sind externe Auszeichnungen und Kundenbewertungen, keine eigene Wertung von uns. Zur Einordnung: Beim Fairness-Siegel erhielten zwölf weitere Anbieter ebenfalls "Sehr gut", es ist also kein Alleinstellungsmerkmal. Die eKomi-Basis mit knapp 200 Bewertungen ist für den frisch überarbeiteten Tarif noch klein.
Ist die Allianz seriös?
Ja. Risikoträger ist die Allianz Versicherungs-AG, ein deutscher, von der BaFin beaufsichtigter Erstversicherer mit Tierkranken-Erfahrung seit 2011. Anders als bei manchen Insurtechs sitzt der Versicherer selbst in Deutschland und untersteht der deutschen Aufsicht.
Für Halter, denen ein etablierter Konzern mit Filialnetz und deutscher Regulierung wichtig ist, ist die Allianz eine der solidesten Adressen am Markt. Der Preis dafür ist keine Direktbank-Schlankheit: Tarifvielfalt und Vertriebswege sind klassischer als bei rein digitalen Anbietern.
Die Allianz im Vergleich
Gegenüber der Barmenia, deren Hunde-OP-Schutz das Warentest-Siegel Sehr gut trägt, punktet die Allianz mit Direktabrechnung, KI-Schnellzahlung und dem Vorsorgebonus, hat aber kein vergleichbares Warentest-Siegel. Gegenüber digitalen Newcomern bietet die Allianz die Sicherheit eines BaFin-regulierten Konzerns und die Aufnahme ohne Altersgrenze.
Wer den Warentest-ausgezeichneten OP-Schutz sucht, prüft die Barmenia. Wer ein älteres Tier oder eines mit Vorerkrankung versichern will, ist bei der Allianz oder der Uelzener gut aufgehoben. Alle Anbieter im direkten Tarifvergleich stehen in der Hundekrankenversicherung.
Häufige Fehler beim Abschluss bei der Allianz
Die häufigsten Fehler: die 3-monatige Wartezeit bei Krankheit übersehen, die zu niedrige Basis-Deckung wählen und die vier Linien nicht sauber vergleichen.
- Wartezeit einplanen: Nur Unfälle und Jungtiere unter 6 Monaten sind sofort geschützt, bei Krankheit gelten 3 Monate.
- Jahreslimit prüfen: Der Basis-Vollschutz beim Hund deckelt bei 2.500 Euro, für teure Dauerbehandlungen kann das knapp werden.
- Linien vergleichen: Leistungen wie HD/ED oder Zahnbehandlung hängen von der gewählten Linie ab, nicht jede Basis-Variante enthält alles.
- Wechselvorteil nutzen: Beim nahtlosen Wechsel den Vorversicherer im Rechner angeben, sonst entfällt der Wartezeit-Verzicht.
Stärken der Allianz
Die größten Stärken sind die Aufnahme ohne Altersgrenze inklusive Vorerkrankungen, die Direktabrechnung mit schneller KI-Auszahlung, die gedeckelte Selbstbeteiligung und die Bilanzstärke eines BaFin-regulierten Konzerns.
- Aufnahme ab 8 Wochen ohne Obergrenze, alle Rassen, auch Vorerkrankungen versicherbar.
- Direktabrechnung oder KI-Erstattung in unter 4 Stunden bei über 40 % der Rechnungen.
- Erstattung bis 100 %, im Notfall bis 4-facher GOT-Satz, Premium ohne Jahreslimit.
- Selbstbeteiligung gedeckelt, Vorsorge im OP-Schutz ab der Linie Smart, Vorsorgebonus in zwei Stufen.
Schwächen der Allianz
Die Schwächen liegen in der allgemeinen Wartezeit bei Krankheit, der Tarifkomplexität, dem fehlenden öffentlichen Vollschutz-Ab-Preis und dem Fehlen eines Stiftung-Warentest-Siegels.
- 3 Monate Wartezeit bei Krankheit und Fehlentwicklung (nur Unfall und Jungtiere ausgenommen).
- Vier Linien je OP-Schutz und Vollschutz erfordern einen genauen Leistungsvergleich.
- Kein transparenter Ab-Preis für den Vollschutz, Beitrag erst nach Berechnung.
- Auszeichnungen von Focus Money und eKomi, aber keine Stiftung-Warentest-Wertung.
Für wen eignet sich die Allianz?
Die Allianz passt zu Haltern, die einen etablierten, deutschen Konzern mit Direktabrechnung wollen, deren Tier älter ist oder eine Vorerkrankung hat, und die den Komfort persönlicher Beratung in einer Agentur schätzen.
Weniger geeignet ist die Allianz, wenn dir sofortiger Krankheitsschutz ohne Wartezeit wichtig ist oder du ein möglichst schlankes, rein digitales Produkt mit einem einzigen klaren Tarif suchst. Dann lohnt der Blick auf petolo oder in den Gesamtvergleich.
Allianz kündigen oder wechseln
Beim Wechsel zur Allianz lohnt der Wechselvorteil: Schließt du nahtlos innerhalb von 14 Tagen an einen Vorvertrag an und gibst den Vorversicherer im Rechner an, verzichtet die Allianz auf die Wartezeit bereits versicherter Risiken.
Umgekehrt gilt: Wer die Allianz kündigt und zu einem anderen Anbieter wechselt, startet dort in der Regel mit neuen Wartezeiten, und zwischenzeitlich aufgetretene Erkrankungen können ausgeschlossen werden. Sichere den neuen Schutz immer ab, bevor du kündigst, damit keine Deckungslücke entsteht.