Katzenkrankenversicherung für die Britisch Kurzhaar (2026)
Die Britisch Kurzhaar gehört zu den beliebtesten Katzen Deutschlands: ruhig, robust gebaut und unkompliziert im Alltag. Hinter dem Teddy-Image stehen aber drei gut dokumentierte Risiken: die Herzmuskelerkrankung HCM, für die es bei der BKH keinen Gentest gibt, die erbliche Nierenerkrankung PKD und eine ausgeprägte Neigung zu Übergewicht. Alle drei verlaufen chronisch, deshalb zählt ein Tarif, der laufende Behandlungen deckt.
Was kostet der Tierarzt bei einer Britisch Kurzhaar?
Typische Kostenspannen zur Orientierung (je nach GOT-Satz und Klinik):
Basisechokardiografie nach GOT, 1- bis 3-facher Satz. Bei der BKH der einzige verlässliche HCM-Check, einen Gentest gibt es nicht
Narkose, Dentalröntgen, Reinigung und Extraktionen; die Gebührenordnung kennt keine Pauschale, der Betrag hängt an Zahl der Zähne und Steigerungssatz
Laufende Kosten bei Niereninsuffizienz: Nierendiät 50 bis 120 Euro plus Phosphatbinder 20 bis 50 Euro; Blut- und Urinkontrollen kommen zusätzlich hinzu
Die besten Tarife für die Britisch Kurzhaar
Wichtig bei dieser Rasse: Deckung chronischer, laufender Behandlungen, hohe GOT-Sätze, ein hohes oder unbegrenztes Jahreslimit und keine Ausschlüsse für rassetypische Erkrankungen. Weil das mediane HCM-Diagnosealter bei nur 2,7 Jahren liegt, zählt vor allem der frühe Abschluss.
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Warum die Britisch Kurzhaar eine besondere Absicherung braucht
Die Britisch Kurzhaar gehört zu den beliebtesten Rassekatzen in Deutschland, ihre Spitzenstellung ist allerdings nicht mehr unangefochten. In den AGILA-Neuanmeldungen lag sie 2023 auf Platz 1 und 2024 auf Platz 2 hinter der Mischlingskatze. In der jüngsten AGILA-Befragung über Statista (Dezember 2025, veröffentlicht im Februar 2026, 1.235 Katzenhaltende) liegt sie mit 20 Prozent dagegen auf Rang 3, hinter der Europäisch Kurzhaar (29 Prozent) und der Mischlingskatze (24 Prozent). Ihr Ruf: gelassen, pflegeleicht, perfekt für die Wohnung.
Medizinisch ist die BKH aber kein unbeschriebenes Blatt. Drei Themen sind gut untersucht: die Herzmuskelerkrankung HCM mit einer Besonderheit, die viele Halter nicht kennen, die erbliche Nierenerkrankung PKD und eine ausgeprägte Neigung zu Übergewicht. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie verursachen keine einmalige OP-Rechnung, sondern laufende Kosten über Jahre. Genau daran sollte sich die Tarifwahl ausrichten.
HCM bei der BKH: hohe Raten, vor allem bei Katern
Die hypertrophe Kardiomyopathie ist die häufigste Herzerkrankung der Katze: Die Muskulatur der linken Herzkammer verdickt sich, das Herz kann sich schlechter füllen. Für die Britisch Kurzhaar liefert eine dänische Arbeit die besten Zahlen: Von 329 Britisch Kurzhaar, die über vier Jahre zum routinemäßigen HCM-Screening vorgestellt wurden (überwiegend Zuchttiere und deren Verwandte, Medianalter 2,3 Jahre), waren 8,5 Prozent HCM-positiv und 4,3 Prozent grenzwertig. Das ist eine Screening-Kohorte, keine Prävalenz der Gesamtpopulation, und die Gesamtrate liegt damit nicht über dem, was Screening-Studien bei Katzen allgemein finden.
Bemerkenswert ist die Verteilung: 20,4 Prozent der Kater waren betroffen, aber nur 2,1 Prozent der weiblichen Tiere, ein fast zehnfach höheres Risiko. Das Muster ist mit einem autosomal-dominanten Erbgang vereinbar, die Autoren schließen daraus ausdrücklich nur einen X-chromosomalen Erbgang aus; ein HCM-Gen der Britisch Kurzhaar ist bis heute nicht identifiziert. Und die Erkrankung kommt früh: Das mediane Diagnosealter lag bei 2,7 Jahren, das jüngste betroffene Tier war gerade 10 Monate alt.
Für Halter heißt das: HCM ist bei der BKH kein Altersthema. Wer einen BKH-Kater hält, hat statistisch ein relevantes Risiko, dass die Diagnose schon in den ersten Lebensjahren fällt, mitten hinein in die Zeit, in der viele über eine Versicherung erst nachdenken.
Der entscheidende Unterschied zur Maine Coon: kein Gentest
Bei der Maine Coon und der Ragdoll lassen sich bekannte HCM-Mutationen im MyBPC3-Gen per Gentest nachweisen. Für die Britisch Kurzhaar gilt das nicht: Es existiert kein validierter HCM-Gentest für diese Rasse. Auch das gängige BKH-Gentest-Paket der Labore prüft Blutgruppe, PKD und Augenerkrankungen, aber kein HCM-Gen.
Die einzige verlässliche Untersuchung ist der Herzultraschall beim Kardiologen. Zuchtverbände empfehlen für Zuchttiere ein gestaffeltes Schallschema über mehrere Lebensjahre, für Liebhabertiere wird ein regelmäßiges Screening ab dem zweiten Lebensjahr empfohlen. Nach der Gebührenordnung kostet die Basisechokardiografie 67,20 Euro im 1-fachen, 134,40 Euro im 2-fachen und 201,60 Euro im 3-fachen Satz, dazu kommen oft EKG, Blutdruck und Beratung.
Versicherungstechnisch ist das der Kernpunkt dieser Rasse: Weil kein Gentest Entwarnung geben kann, entscheidet der erste Ultraschall. Ist dort ein Befund dokumentiert, gilt er als Vorerkrankung und wird von neuen Verträgen ausgeschlossen. Der Schutz muss also stehen, bevor die erste Herzuntersuchung stattfindet.
Was eine HCM langfristig bedeutet
Wie ernst eine HCM-Diagnose ist, zeigt die große REVEAL-Studie mit über 1.000 Katzen, deren HCM zunächst ohne Symptome war: Rund 30 Prozent entwickelten im Verlauf eine Herzinsuffizienz oder eine arterielle Thromboembolie, also einen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel. Etwa 28 Prozent der Tiere starben an einer kardiovaskulären Ursache.
Behandelt wird lebenslang: Medikamente, regelmäßige Ultraschall-Kontrollen, Laborwerte. Operiert wird eine HCM nicht. Das ist der Grund, warum ein reiner OP-Schutz bei dieser Rasse am wahrscheinlichsten Fall vorbeigeht und der Krankenvollschutz die passende Absicherung ist.
PKD: das Nieren-Erbe aus der Perser-Einkreuzung
Die polyzystische Nierenerkrankung ist vor allem als Perser-Krankheit bekannt. Weil beim Aufbau der Britisch Kurzhaar historisch Perser eingekreuzt wurden, bieten die großen Labore den PKD1-Gentest auch im BKH-Paket an. Belastbare Prävalenzdaten für die Britisch Kurzhaar gibt es allerdings nicht, PKD ist bei dieser Rasse ein Zucht-Vorsorgethema und kein dokumentiertes Massenrisiko. Bei der Erkrankung bilden sich flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren, die gesundes Gewebe verdrängen, bis hin zur chronischen Niereninsuffizienz.
Anders als bei HCM gibt es hier einen zuverlässigen Gentest auf die verantwortliche PKD1-Mutation, die autosomal-dominant vererbt wird. Seriöse Züchter testen ihre Elterntiere, ergänzend lässt sich per Nierenultraschall screenen. Beim Kitten-Kauf gehört der PKD-Status der Eltern deshalb zu den Unterlagen, nach denen du fragen solltest.
Kommt es zur chronischen Niereninsuffizienz, wird es dauerhaft teuer: Eine Nierendiät kostet etwa 50 bis 120 Euro im Monat, Phosphatbinder 20 bis 50 Euro, dazu kommen regelmäßige Blut- und Urinkontrollen mit 60 bis 200 Euro je Termin und in fortgeschrittenen Stadien Infusionstherapien. Auch das ist ein klassischer Vollschutz-Fall, kein OP-Fall.
Übergewicht: das unterschätzte BKH-Risiko
Die BKH ist gemütlich, und das hat eine messbare Kehrseite. In einer australischen Auswertung von Erstversorgungspraxen (VetCompass Australia, 2008 bis 2017) waren 47,7 Prozent der erwachsenen Britisch Kurzhaar übergewichtig oder adipös, fast jede zweite. Der durchschnittliche Body-Condition-Score lag bei 5,8 von 9 und damit hart an der Grenze zum Übergewicht, kastrierte Kater erreichten im Mittel 6,1. Das Gewichtsmaximum erreichen BKH im Schnitt mit etwa 9 Jahren. Für die Einordnung wichtig: Der Nenner sind Katzen mit Tierarztkontakt in Australien, nicht die deutsche Gesamtpopulation.
Übergewicht ist kein kosmetisches Thema: Es belastet Gelenke und Herz und begünstigt Harnwegs- und Stoffwechselerkrankungen. Zur ehrlichen Einordnung gehört: In einer großen englischen Praxisauswertung lag die rohe Diabetes-Häufigkeit der BKH unter der von Mischlingskatzen, nach Bereinigung um Gewicht, Alter und Versicherungsstatus war dieser Unterschied aber nicht mehr statistisch signifikant. Da Übergewicht der stärkste Diabetes-Risikofaktor der Katze ist, bleibt die Gewichtsneigung der BKH auch ein Diabetes-Thema. Mit Gewichtskontrolle, angepasster Fütterung und Beschäftigung lässt sich dieses Risiko als einziges der drei großen BKH-Themen aktiv steuern.
Zähne und die Blutgruppen-Besonderheit
Dazu kommen die üblichen Katzenthemen, allen voran die Zähne: Wie häufig die schmerzhafte Zahnresorption FORL ist, hängt stark davon ab, welche Tiere untersucht werden: Bei klinisch gesunden Katzen liegt sie bei etwa 29 bis 38 Prozent, bei Katzen, die wegen Zahnproblemen vorgestellt werden, bei etwa 61 bis 67 Prozent; das Risiko steigt mit dem Alter. Eine FORL-Sanierung unter Narkose inklusive Dentalröntgen und Extraktionen kostet je nach Umfang laut Kostenübersicht des Versicherers Dalma 400 bis 600 Euro im leichten und 900 bis über 1.500 Euro im schweren Fall und ist bei vielen Katzen mehrfach im Leben nötig. Eine Übersicht der realen Kosten findest du im Ratgeber Tierarztkosten Katze.
Eine Besonderheit der Rasse ist ihre Blutgruppenverteilung: Die BKH gehört zu den Rassen mit erhöhtem Anteil der selteneren Blutgruppe B. Eine britische serologische Erhebung von 1999 fand unter 121 Britisch Kurzhaar 58,7 Prozent Blutgruppe B, eine US-Erhebung von 1991 nennt für die betroffenen Rassen einschließlich der Britisch Kurzhaar Anteile bis 59 Prozent; die bislang größte DNA-basierte Erhebung an 11.036 Katzen kommt für Britisch-Kurzhaar-Typen dagegen auf 20,3 Prozent. Im Alltag spielt das keine Rolle, wichtig wird es bei Bluttransfusionen nach Unfällen oder Operationen und in der Zucht, wo ungünstige Verpaarungen zur gefährlichen Blutgruppenunverträglichkeit bei Kitten führen können.
Wie alt wird eine Britisch Kurzhaar? Die ehrlichen Zahlen
Züchterseiten nennen gern 12 bis 16 Jahre und mehr. Die Studienlage ist nüchterner und uneinheitlich: Die große britische Lebenserwartungsstudie auf Basis von fast 8.000 Todesfällen errechnete für die dort als British Blue und British Longhair geführte Gruppe eine Lebenserwartung ab Geburt von 9,58 Jahren, spürbar unter dem Schnitt aller Katzen von 11,74 Jahren. Schwedische Lebensversicherungsdaten wirken auf den ersten Blick freundlicher, taugen für einen Vergleich aber nicht: Dort waren nur Katzen unter 13 Jahren versichert und erfasst, eine mediane Lebenserwartung lässt sich aus einer so gekappten Kohorte nicht ablesen.
Wie alt eine einzelne Katze wird, hängt stark von Gewicht, Herzgesundheit und Vorsorge ab. Für die Versicherungsfrage ist die Spanne selbst das Argument: Die BKH kann viele Jahre alt werden, und je länger sie lebt, desto sicherer kommen die chronischen Alterserkrankungen dazu. Ein Tarif, der im Alter stabil bleibt, ist deshalb mehr wert als der günstigste Einstiegspreis.
OP-Schutz oder Vollschutz für die Britisch Kurzhaar?
Der reine OP-Schutz ist günstig und deckt die großen chirurgischen Eingriffe, etwa nach einem Unfall. Als Basisschutz gegen die ganz großen Rechnungen ist er besser als nichts, die Tarife zeigt die Katzen-OP-Versicherung.
Bei der BKH liegt der Schwerpunkt aber klar auf den chronischen Verläufen: HCM wird medikamentös geführt und kontrolliert, nicht operiert. Eine Niereninsuffizienz wird mit Diät und Dauertherapie behandelt, nicht operiert. Diese laufenden Kosten übernimmt nur der Krankenvollschutz, für diese Rasse ist er in aller Regel die richtige Wahl.
Worauf du beim Tarif für die BKH achten solltest
Erstens die Deckung chronischer Erkrankungen: Medikamente, Diagnostik und Verlaufskontrollen müssen dauerhaft erstattet werden, nicht nur im ersten Behandlungsjahr. Zweitens der GOT-Satz: Eine Erstattung bis zum 4-fachen Satz fängt Kardiologen- und Notdienst-Rechnungen ab, warum das zählt, erklärt der Ratgeber GOT einfach erklärt.
Drittens das Jahreslimit: Ein chronischer Herz- oder Nierenpatient schöpft einen niedrig gedeckelten Tarif schnell aus, hoch oder unbegrenzt ist die sichere Wahl. Und viertens die Alterskriterien: Die Erstattung sollte im Alter nicht absinken und der Versicherer im Leistungsfall kein Kündigungsrecht haben.
Wartezeiten und der richtige Zeitpunkt
Die meisten Anbieter setzen eine allgemeine Wartezeit von rund 30 Tagen an, einige verzichten ganz darauf. Entscheidender als die Wartezeit ist bei der BKH der Zeitpunkt des Abschlusses, und der ist bei dieser Rasse früher als bei fast jeder anderen.
Der Grund steht in den Studiendaten: Das mediane HCM-Diagnosealter liegt bei 2,7 Jahren, betroffene Tiere waren teils jünger als ein Jahr. Der beste Moment ist deshalb das Kitten-Alter, vor dem ersten Herzultraschall und vor dem ersten auffälligen Befund. Wer früh abschließt, sichert sich zusätzlich den niedrigsten Beitrag über die gesamte Laufzeit.
Vorerkrankungen: wenn schon ein Befund vorliegt
Wurde bei deiner BKH bereits eine HCM diagnostiziert, ein Herzgeräusch dokumentiert oder ein positiver PKD-Befund erhoben, schließen die meisten Anbieter genau diesen Bereich aus, manche lehnen das Tier ganz ab. Die übrigen Risiken bleiben dann ungeschützt, obwohl sie weiter bestehen.
In diesem Fall lohnt der Blick auf Anbieter mit offener Annahmepolitik: Die Uelzener nimmt Tiere mit Vorerkrankung nach einer Gesundheitsprüfung auf und schließt nur die betroffenen Behandlungen individuell aus, der übrige Schutz bleibt bestehen. Für eine BKH mit Herz- oder Nierenbefund ist das oft die einzige realistische Option.
Was kostet die Versicherung für eine Britisch Kurzhaar?
Als Rassekatze mit bekannten erblichen Risiken liegt die BKH bei vielen Anbietern über dem Beitrag einer Hauskatze. Zur Orientierung: Der Katzen-Vollschutz von petolo startet bei 30,90 Euro im Monat, die Uelzener Katzen-Krankenversicherung bei 21,49 Euro (offizielle Startwerte, Stand August 2026). Das sind Einstiegspreise, den konkreten Beitrag berechnen die Anbieter individuell nach Rasse, Alter, Wohnort und Tarif.
Gerechnet auf ein Katzenleben von gut einem Jahrzehnt und mehr relativiert sich der Monatsbeitrag schnell: Schon eine HCM-Diagnose mit lebenslanger Medikation und regelmäßigen Kontrollen übersteigt die Beiträge vieler Jahre. Den vollständigen Vergleich findest du in der Ragdoll Katzenkrankenversicherung.
Checkliste für BKH-Halter
- Früh versichern, im Kitten-Alter und vor dem ersten Herzultraschall, HCM wird bei der BKH oft schon mit 2 bis 3 Jahren diagnostiziert.
- Beim Kater besonders konsequent sein: Sein HCM-Risiko ist um ein Vielfaches höher als das der Katze.
- Auf die Deckung chronischer, laufender Behandlungen achten, nicht nur auf OP-Leistungen.
- Hohes oder unbegrenztes Jahreslimit und Erstattung bis zum 4-fachen GOT-Satz wählen.
- Beim Züchter nach HCM-Schall und PKD-Gentest der Elterntiere fragen, und das Gewicht von Anfang an im Blick behalten.
Fazit: die Britisch Kurzhaar richtig absichern
Die Britisch Kurzhaar gehört zu Recht zu den beliebtesten Katzen Deutschlands, aber ihre drei dokumentierten Schwachstellen Herz, Nieren und Gewicht verlaufen chronisch und werden über Jahre teuer. Die Besonderheit der Rasse: Kein Gentest kann beim Herzen Entwarnung geben, alles hängt am Ultraschall, und der erste dokumentierte Befund entscheidet über den Versicherungsschutz.
Der passende Schutz ist deshalb ein Krankenvollschutz mit hohem GOT-Satz, hohem Jahreslimit und dauerhafter Deckung chronischer Behandlungen, abgeschlossen im Kitten-Alter vor der ersten Herzuntersuchung. Dann steht im Ernstfall die Behandlung im Vordergrund und nicht die Frage, was sie kostet.
Häufige Fragen zur BKH-Versicherung
Wie häufig ist HCM bei der Britisch Kurzhaar?
Anders als oft behauptet ist nicht die Gesamtrate das Auffällige. In der dänischen Kohorte von 329 Britisch Kurzhaar, die zum routinemäßigen HCM-Screening vorgestellt wurden (Medianalter 2,3 Jahre), waren 8,5 Prozent HCM-positiv und 4,3 Prozent grenzwertig. Das ist keine Prävalenz der Gesamtpopulation, sondern eine Screening-Kohorte aus Zuchttieren und deren Verwandten. Das Risiko ist extrem ungleich verteilt: 20,4 Prozent der Kater waren betroffen, aber nur 2,1 Prozent der Katzen. Das mediane Diagnosealter lag bei nur 2,7 Jahren, das jüngste betroffene Tier war 10 Monate alt.
Gibt es einen HCM-Gentest für die Britisch Kurzhaar?
Nein. Die bekannten Gentests auf Mutationen im MyBPC3-Gen gelten nur für Maine Coon und Ragdoll, für die BKH existiert kein validierter HCM-Gentest. Auch das gängige BKH-Gentest-Paket der Labore enthält keinen HCM-Test. Die einzige verlässliche Untersuchung ist der Herzultraschall beim Kardiologen, nach GOT 67,20 bis 201,60 Euro je Satz, empfohlen als regelmäßiges Screening.
Was ist PKD und betrifft sie die Britisch Kurzhaar?
Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung, bei der sich flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren bilden, bis hin zur chronischen Niereninsuffizienz. Über die historische Einkreuzung von Persern gehört die BKH laut den Erbkrankheits-Listen der großen Labore zu den Risikorassen. Anders als bei HCM gibt es hier einen zuverlässigen Gentest (PKD1), seriöse Züchter testen ihre Elterntiere.
Welche Versicherung braucht eine Britisch Kurzhaar?
In der Regel den Krankenvollschutz. Die typischen BKH-Risiken verlaufen chronisch: Eine HCM bedeutet lebenslange Medikamente und regelmäßige Ultraschall-Kontrollen, eine Nierenerkrankung dauerhafte Diät, Medikamente und Laborwerte. Ein reiner OP-Schutz zahlt nur bei Operationen und greift bei genau diesen Fällen meist nicht. Entscheidend ist der Abschluss im Kitten-Alter, bevor beim ersten Herzultraschall ein Befund dokumentiert wird.
Was kostet die Versicherung für eine Britisch Kurzhaar?
Zur Orientierung: Der Katzen-Vollschutz von petolo startet bei 30,90 Euro im Monat, die Uelzener Katzen-Krankenversicherung bei 21,49 Euro (offizielle Startwerte, Stand August 2026). Der konkrete Beitrag hängt von Rasse, Alter, Wohnort und Tarif ab. Gemessen daran, dass allein eine HCM-Diagnose lebenslange Behandlungskosten auslöst, relativiert sich der Monatsbeitrag schnell.
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Quellen
Jede Quelle steht mit der Angabe, die sie belegt. Alle Quellen zuletzt geprüft am 28.08.2026.
- Granström et al., Prevalence of hypertrophic cardiomyopathy in a cohort of British Shorthair cats in Denmark, Journal of Veterinary Internal Medicine 25(4):866Belegt: 8,5 Prozent HCM-positive und 4,3 Prozent grenzwertige Befunde unter 329 zum Screening vorgestellten Britisch Kurzhaar (Medianalter 2,3 Jahre), 20,4 Prozent betroffene Kater gegenüber 2,1 Prozent Katzen und ein medianes Diagnosealter von 2,7 Jahren.
- Fox et al., International collaborative study to assess cardiovascular risk in preclinical hypertrophic cardiomyopathy in cats (REVEAL), Journal of Veterinary Internal Medicine 32(3):930Belegt: dass unter 1.008 Katzen mit präklinischer HCM 30,5 Prozent eine Herzinsuffizienz oder arterielle Thromboembolie entwickelten und 27,9 Prozent kardiovaskulär starben.
- Murphy et al., Bodyweight and body condition scores of Australian British shorthaired cats, 2008 bis 2017, Frontiers in Veterinary ScienceBelegt: dass 47,7 Prozent der erwachsenen Britisch Kurzhaar in australischen Erstversorgungspraxen zwischen 2008 und 2017 einen Body Condition Score über 6 hatten.
- Teng et al., Life tables for companion cats in the UK, Journal of Feline Medicine and SurgeryBelegt: die Lebenserwartung ab Geburt von 9,58 Jahren für die dort als British Blue und British Longhair geführte Gruppe gegenüber 11,74 Jahren über alle Katzen, aus 7.936 dokumentierten Todesfällen.
- Anderson et al., Genetic epidemiology of blood type, disease and trait variants in cats, PLOS GeneticsBelegt: den Anteil von 20,3 Prozent Blutgruppe B unter Britisch-Kurzhaar-Typen in der bislang größten DNA-basierten Erhebung an 11.036 Katzen.
- Knottenbelt et al., Blood group prevalence in UK cats, Journal of Small Animal PracticeBelegt: 58,7 Prozent Blutgruppe B unter 121 untersuchten Britisch Kurzhaar in Großbritannien.
- Cohen-Mivtach, Prevalence of Tooth Resorptive Lesions in 120 Feline Dental Patients in Israel, Journal of Veterinary DentistryBelegt: die zusammengefasste Literaturlage zur Zahnresorption: 29 bis 37,5 Prozent bei klinisch gesunden Katzen und 60,8 bis 67 Prozent bei Katzen, die wegen Zahnproblemen vorgestellt werden.
- AGILA, Pressemitteilung zur beliebtesten Katzenrasse, Befragung durch StatistaBelegt: dass unter 1.235 befragten Katzenhaltenden die Britisch Kurzhaar mit 20 Prozent auf Rang 3 liegt, hinter Europäisch Kurzhaar (29 Prozent) und Mischlingskatze (24 Prozent).
- Dalma, FORL bei der Katze: KostenBelegt: 400 bis 600 Euro für den leichten und 900 bis über 1.500 Euro für den vollständigen FORL-Fall.
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15. August 2022, BGBl. I S. 1401Belegt: die Basisechokardiografie mit 67,20 bis 201,60 Euro je nach Satz sowie die übrigen Gebührenpositionen.
Die dänische HCM-Kohorte bestand überwiegend aus Zuchttieren und deren Verwandten, ihre Werte sind keine Bevölkerungsprävalenz. Kostenangaben von Versicherern sind Angaben des jeweiligen Anbieters, keine amtlichen Preise.