Hundekrankenversicherung für den Boxer (2026)
Der Deutsche Boxer ist ein Molosser aus Deutschland, nach dem FCI-Standard 53 bis 63 Zentimeter hoch und im Median gut 11 Jahre alt, etwas kürzer als Mischlinge. Auffällig häufig sind Tumoren, nach den Hauterkrankungen die zweithäufigste Diagnosegruppe. Dazu kommen Herzerkrankungen, Hornhautgeschwüre, gutartige Zahnfleischwucherungen und eine deutlich erhöhte Neigung zur Schilddrüsenunterfunktion. Vieles davon wird ohne Operation behandelt, das spricht für den Krankenvollschutz.
Was kostet der Tierarzt bei einem Boxer?
Typische Kostenspannen zur Orientierung (je nach GOT-Satz und Klinik):
Untersuchung, EKG (Nr. 646), Langzeit-EKG über 24 Stunden (Nr. 648) und Herzultraschall mit Doppler (Nr. 650, 651) nach GOT: 398,10 bis 1.194,30 Euro, einfacher bis dreifacher Satz, netto. Medikamente gegen Rhythmusstörungen kommen gegebenenfalls hinzu
Untersuchung, Farbstofftest (Nr. 751), komplizierte Hornhaut-Abrasion (Nr. 807) und eine Kontrolle (Nr. 34) nach GOT: 97,86 bis 293,58 Euro, einfacher bis dreifacher Satz, netto. Heilt das Geschwür nicht, folgen weitere Termine
Untersuchung, Inhalationsnarkose (Nr. 337) und komplizierte Tumor-Operation an der Haut (Nr. 413) nach GOT: 250,11 bis 750,33 Euro, einfacher bis dreifacher Satz, netto, ohne Gewebeuntersuchung im Labor
Passende Tarife für den Boxer
Wichtig bei dieser Rasse: kein enges Jahreslimit für Tumorbehandlungen, Herzdiagnostik auch ohne folgende OP, kurze Wartezeit für Herzerkrankungen, angeborene Herzfehler nicht pauschal ausgeschlossen und eine klare Regel zum Brachycephalen Syndrom.
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Warum der Boxer eine besondere Absicherung braucht
Der FCI-Standard Nr. 144 führt den Deutschen Boxer als Molosser deutschen Ursprungs in Gruppe 2, mit einer Widerristhöhe von 57 bis 63 Zentimetern bei Rüden und 53 bis 59 Zentimetern bei Hündinnen. Rüden sollen über 30, Hündinnen ungefähr 25 Kilogramm wiegen. In britischen Hausarztpraxen wogen erwachsene Boxer im Mittel 30,43 Kilogramm, Rüden 32,99 und Hündinnen 27,56 Kilogramm. Die Autoren der Rassestudie ordnen den Schädel als moderat brachyzephal ein, also leicht kurzköpfig.
Für den Boxer gibt es eine eigene Rassemonografie aus dem VetCompass-Programm des Royal Veterinary College (O'Neill und Kollegen, 2023). Sie wertet 3.219 Boxer unter 336.865 Hunden in britischen Praxen aus dem Jahr 2016 aus. 73,97 Prozent der Boxer hatten in diesem einen Jahr mindestens eine Diagnose.
Die Langlebigkeitsstudie von McMillan und Kollegen (Scientific Reports 2024) zeigt den Unterschied zu Mischlingen: Das mediane Lebensalter des Boxers lag bei 11,3 Jahren, ausgewertet über 11.294 Boxer, bei Mischlingen bei 12,0 Jahren. Mit einer Hazard Ratio von 1,18 ist das Sterberisiko des Boxers signifikant erhöht.
Tumoren: deutlich häufiger als bei vergleichbaren Rassen
14,20 Prozent der Boxer in der VetCompass-Stichprobe hatten 2016 eine Tumordiagnose, außerdem hatten 10,10 Prozent eine nicht näher bestimmte Masse (Überschneidungen möglich). Die Autoren vergleichen das mit Studien derselben Datenquelle: Beim Schäferhund waren es 4,82, beim Labrador 7,4 und beim Rottweiler 7,96 Prozent. Einzeln erfasst waren Hautmassen bei 4,29 Prozent und Mastzelltumoren bei 1,86 Prozent der Boxer. Tumoren waren mit 12,43 Prozent auch die häufigste benannte Todesursache.
Die Entfernung eines Hauttumors mit Untersuchung (GOT Nr. 16, 23,62 Euro), Inhalationsnarkose (Nr. 337, 61,57 Euro) und komplizierter Tumor-Operation (Nr. 413, 164,92 Euro) kostet nach der GOT 250,11 Euro beim einfachen und 750,33 Euro beim dreifachen Satz, netto. Die Gewebeuntersuchung im Labor, Kontrollen und eine mögliche Weiterbehandlung kommen hinzu. Weil in einem Jahr mehrere Eingriffe zusammenkommen können, zählt hier vor allem das Jahreslimit.
Epulis: die gutartige Zahnfleischwucherung
Die zweithäufigste Einzeldiagnose war mit 5,84 Prozent die Epulis, eine gutartige Wucherung am Zahnfleisch (peripheres odontogenes Fibrom). Die Autoren werten sie als starke Rasseprädisposition, bekannt seit den 1960er-Jahren. Die betroffenen Boxer waren Ende 2016 im Median 8,75 Jahre alt. Eine eigene GOT-Position für die Entfernung einer Zahnfleischwucherung haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir hier keine Kostenspanne.
Interessant für die Zahnleistungen: Parodontitis betraf beim Boxer nur 4,63 Prozent, bei Hündinnen 5,58 Prozent und damit weniger als die 12,5 Prozent, die eine frühere VetCompass-Studie für alle Hunde fand. Prüfe beim Tarif trotzdem, ob Zahnextraktionen versichert sind; bei hepster Superior ist das der Fall.
Herz: angeborene Fehler und die Boxer-Kardiomyopathie
In der Praxisstichprobe hatten 4,29 Prozent der Boxer ein Herzgeräusch, Rüden mit 4,98 Prozent häufiger als Hündinnen mit 3,50 Prozent. Auf Gruppenebene waren es 6,34 Prozent mit einer Herzerkrankung. Dahinter stehen beim Boxer zwei verschiedene Probleme.
Das erste sind angeborene Herzfehler. Im französischen Pflicht-Screening für Zuchttiere wurden von 2005 bis 2021 3.001 Boxer im medianen Alter von 1,6 Jahren per Ultraschall untersucht. 1,8 Prozent hatten eine Aortenstenose, 1,0 Prozent eine Pulmonalstenose, und 10,2 Prozent hatten mindestens einen weiteren angeborenen Herzfehler, am häufigsten eine leichte Mitralklappendysplasie (5,5 Prozent) oder einen Vorhofseptumdefekt (4,0 Prozent) (Chetboul und Kollegen 2023). Die Autoren betonen selbst, dass sich daraus keine Häufigkeit für alle Boxer ableiten lässt, weil nur Zuchttiere untersucht wurden.
Das zweite ist die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC), eine familiär gehäufte Herzmuskelerkrankung mit Rhythmusstörungen beim erwachsenen Boxer. In einer US-Studie mit 49 betroffenen Boxern lag das mediane Diagnosealter bei 6 Jahren, ein Drittel hatte Ohnmachtsanfälle, zwei Drittel bekamen zeitweise Medikamente gegen Rhythmusstörungen. Diagnostiziert wird die ARVC mit einem 24-Stunden-EKG (Holter). 36 von 43 untersuchten ARVC-Boxern trugen eine bestimmte Genveränderung (Striatin), aber auch 5 von 17 Kontrollhunden ohne ARVC-Befund. Die Autoren schätzen die Prognose bei vielen Hunden als gut ein (Meurs und Kollegen 2014).
Eine Herzabklärung mit Untersuchung, EKG (Nr. 646, 44,00 Euro), Langzeit-EKG (Nr. 648, 209,42 Euro) und Herzultraschall mit Doppler (Nr. 650 und 651, zusammen 121,06 Euro) kostet nach der GOT 398,10 Euro beim einfachen und 1.194,30 Euro beim dreifachen Satz, netto. Bei der ARVC wiederholt sich das Langzeit-EKG, dazu kommen gegebenenfalls Medikamente. Ein OP-Tarif zahlt davon nichts.
Für die Tarifwahl zählen zwei Punkte. Erstens die Wartezeit: Bei hepster Superior gilt für Herzerkrankungen eine besondere Wartezeit von sechs Monaten; zeigen sich in dieser Zeit erste Symptome, bleibt die Erkrankung dauerhaft ausgeschlossen. petolo kennt keine Wartezeiten. Zweitens die angeborenen Herzfehler: hepster Superior versichert bei Abschluss unbekannte angeborene Fehlentwicklungen. petolo zahlt für Fehlentwicklungen, die nach den Bedingungen auch auf angeborenen Anomalien beruhen können, nur einen Zuschuss von höchstens 2.500 Euro je Fehlentwicklung.
Augen: Hornhautgeschwüre
Das Hornhautgeschwür war mit 5,00 Prozent die dritthäufigste Einzeldiagnose; die betroffenen Tiere waren Ende 2016 im Median 8,77 Jahre alt. Eine eigene VetCompass-Studie zu Hornhautgeschwüren fand es bei 69 von 1.386 Boxern (4,98 Prozent, Datenjahr 2013, 104.233 Hunde). Gegenüber Mischlingen hatte der Boxer dort 12,12-fach höhere Odds (Konfidenzintervall 8,77 bis 16,76; O'Neill und Kollegen 2017). Über alle Rassen wurden 17,0 Prozent der Fälle chirurgisch behandelt.
Untersuchung, Farbstofftest (Nr. 751, 5,14 Euro), komplizierte Hornhaut-Abrasion (Nr. 807, 49,36 Euro) und eine Kontrolluntersuchung (Nr. 34, 19,74 Euro) kosten nach der GOT 97,86 Euro beim einfachen und 293,58 Euro beim dreifachen Satz, netto. Heilt ein Geschwür schlecht, kommen weitere Termine hinzu. Die Abrasion steht in der GOT unter den Augenoperationen; ob ein OP-Tarif sie erstattet, regelt sein Bedingungswerk. Untersuchungen und Kontrollen ohne Eingriff zahlt nur der Krankenvollschutz.
Schilddrüse: die lebenslange Therapie
1,68 Prozent der Boxer in der Rassestudie hatten eine Schilddrüsenunterfunktion. In einer eigenen VetCompass-Auswertung waren es 184 von 9.442 Boxern (1,95 Prozent), und nach Bereinigung um Alter und weitere Faktoren hatte der Boxer gegenüber Mischlingen 10,44-fach höhere Odds (Konfidenzintervall 8,66 bis 12,58; O'Neill und Kollegen 2022, Datenjahr 2016). Behandelt wird mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin, die Autoren beschreiben die Erkrankung als lebenslang.
Im hepster-Tarif Basis stehen Herz- und Schilddrüsenerkrankungen auf der 12-Monats-Liste, und für jede Erkrankung dieser Liste zahlt hepster während der gesamten Vertragslaufzeit nur einen einzigen Versicherungsfall. In Superior gilt für beide eine Wartezeit von sechs Monaten, ohne diese Begrenzung. Für einen Boxer ist der Basis-Tarif bei hepster deshalb die falsche Stufe.
Kurzköpfigkeit: was die Tarife regeln
Der Boxer gilt als moderat brachyzephal. Das ist für die Versicherung relevant, weil manche Tarife das Brachycephale Syndrom gesondert regeln. hepster schließt Behandlungen wegen des Brachycephalen Syndroms im Basis-Tarif aus. In Superior ist es versichert, aber erst nach zwölf Monaten Wartezeit und nur für einen einzigen Versicherungsfall während der gesamten Vertragslaufzeit. petolo nennt das Brachycephale Syndrom nicht ausdrücklich; ob es als rassetypische Anomalie unter den Zuschuss für Fehlentwicklungen fällt, ist offen. Die Rassestudie fand Erkrankungen der oberen Atemwege nur bei 3,23 Prozent der Boxer und schließt daraus, dass sie beim Boxer keine große Belastung darstellen; die Autoren vermuten, dass die größere Körpergröße schützt. Eine eigene Häufigkeit des Brachycephalen Syndroms nennt sie nicht.
Weiße Boxer
10,71 Prozent der Boxer in der VetCompass-Stichprobe waren weiß. Nach dem FCI-Standard gilt es als Fehler, wenn mehr als ein Drittel der Grundfarbe von Weiß verdrängt ist. Gesundheitlich fanden die Autoren wenig Unterschied: Bei den 34 häufigsten Einzeldiagnosen gab es keine Abweichung zu farbigen Boxern, Taubheit war nur bei zwei Hunden erfasst, bei einem weißen und einem farbigen. Auf Gruppenebene hatten weiße Boxer häufiger Zahn- und Gehirnerkrankungen.
Erbkrankheiten mit Gentest
Das Labor Laboklin bietet für den Deutschen Boxer unter anderem einen Gentest auf Hämophilie A (Faktor VIII) an, eine angeborene Blutgerinnungsstörung. Für die Makrothrombozytopenie, eine erbliche Veränderung der Blutplättchen, ist eine Variante unter anderem beim Boxer beschrieben. Einen Test auf die ARVC haben wir in der Laboklin-Übersicht nicht gefunden. Ein Gentest-Ergebnis ist keine Diagnose; frag beim Züchter nach den Befunden der Elterntiere und nach dem Herzultraschall.
Was wir nicht belegen können
Wie viele Boxer in Deutschland leben oder geboren werden, konnten wir nicht belegen. Für die ARVC haben wir keine frei zugängliche Studie mit einer Häufigkeit in der allgemeinen Boxer-Population gefunden, die Herzfehler-Zahlen stammen aus einem Zucht-Screening. Für die Entfernung einer Epulis nennen wir keine Kosten, weil die GOT dafür keine eigene Position hat. Wir ergänzen die Seite, sobald belastbare Daten vorliegen.
OP-Schutz oder Vollschutz für den Boxer?
Der reine OP-Schutz deckt die Tumorentfernung und andere große Eingriffe. Er ist günstig und als Basisschutz besser als nichts, die Tarife zeigt die Hunde-OP-Versicherung.
Beim Boxer reicht er aber nicht. Herzabklärung und Rhythmusmedikamente, Ohrenentzündungen und die lebenslange Schilddrüsentherapie laufen ohne Operation, Hornhautgeschwüre meist ebenfalls. Ein OP-Tarif ist auf Operationen samt Vor- und Nachsorge zugeschnitten; diese Leistungen gehören dort nicht zum Leistungsbild, prüfe das im Bedingungswerk. Für diese Rasse ist der Krankenvollschutz die deutlich passendere Wahl.
Worauf du beim Tarif für den Boxer besonders achten solltest
Erstens das Jahreslimit, wegen der Tumoren: petolo Premium erstattet im ersten Jahr höchstens 1.000 Euro, danach unbegrenzt; hepster Superior hat keine Jahresgrenze. Zweitens die Wartezeit für Herzerkrankungen. Drittens der Umgang mit angeborenen Herzfehlern und Fehlentwicklungen: ausgeschlossen, gedeckelt oder versichert. Viertens die Regel zum Brachycephalen Syndrom.
Dazu die üblichen Kriterien: Diagnostik ohne folgende OP, Dauermedikation, Erstattung bis zum 4-fachen GOT-Satz für den Notdienst und das Kündigungsrecht des Versicherers. petolo verzichtet auf die ordentliche Kündigung und behält sich nur außerordentliche Kündigungen vor, etwa nach einem Versicherungsfall; bei hepster sehen die Bedingungen keinen solchen Verzicht vor: Sie nennen bei der Verlängerung im Monats- und im Jahresabo ausdrücklich auch eine Kündigung durch den Versicherer, und laut Produktinformationsblatt können beide Seiten unter bestimmten Voraussetzungen, etwa nach einem Schadensfall kündigen. Warum der GOT-Satz zählt, erklärt der Ratgeber GOT einfach erklärt.
Was kostet die Versicherung für einen Boxer?
hepster und petolo berechnen den Beitrag nach Rasse, Alter und Tarif. Als Orientierung: Den Hundekranken-Tarif Superior mit 10 Prozent Selbstbeteiligung nennt hepster ab 65,32 Euro im Monat, für die günstigste Preisklasse und die jüngste Altersstufe im Monatsabo. petolo nennt für den Tarif Premium ab 47,90 Euro monatlich, ohne Angabe der Beispielbedingungen. In welche Klasse ein Boxer fällt und was er kostet, zeigt der Rechner.
Checkliste für Boxer-Halter
- Krankenvollschutz statt reinem OP-Tarif, weil Herz, Ohren und Schilddrüse ohne Operation behandelt werden.
- Hohes oder kein Jahreslimit, wegen der Tumoren, und das erste Versicherungsjahr gesondert prüfen.
- Wartezeit für Herzerkrankungen lesen; vor Abschluss möglichst keine offenen Herzbefunde.
- Angeborene Herzfehler und Fehlentwicklungen nicht pauschal ausgeschlossen oder eng gedeckelt.
- Regel zum Brachycephalen Syndrom im Bedingungswerk nachsehen.
- Beim Züchter nach dem Herzultraschall der Elterntiere fragen.
Fazit: den Boxer richtig absichern
Der Boxer lebt im Median gut 11 Jahre und damit etwas kürzer als Mischlinge. Auffällig sind Tumoren, dazu kommen Haut, Ohren, Herz, Augen, Zahnfleisch und Schilddrüse. Ein Teil davon sind Operationen, ein großer Teil sind Diagnostik und Medikamente.
Schließe deshalb früh einen Krankenvollschutz ab, der kein enges Jahreslimit hat, Herzerkrankungen mit kurzer Wartezeit versichert und angeborene Fehlentwicklungen nicht pauschal ausschließt. Prüfe dabei auch, ob der Versicherer auf die ordentliche Kündigung verzichtet.
Häufige Fragen zur Boxer-Versicherung
Welche Krankheiten hat ein Boxer häufig?
In einer Auswertung von 3.219 Boxern aus britischen Hausarztpraxen (VetCompass, Datenjahr 2016) waren die häufigsten Einzeldiagnosen Ohrenentzündung (7,15 Prozent), Epulis, also eine gutartige Zahnfleischwucherung (5,84 Prozent), Hornhautgeschwür (5,00 Prozent), Parodontitis (4,63 Prozent), Herzgeräusch und Hautmasse (je 4,29 Prozent). Auf Gruppenebene hatten 14,20 Prozent eine Tumordiagnose. Die Autoren werten Epulis und Hornhautgeschwür als starke Rasseprädisposition (O’Neill et al. 2023).
Wie alt wird ein Boxer?
In der britischen Langlebigkeitsstudie von McMillan und Kollegen (Scientific Reports 2024) lag das mediane Lebensalter bei 11,3 Jahren, ausgewertet über 11.294 Boxer mit 5.925 dokumentierten Todesfällen. Das ist signifikant kürzer als bei Mischlingen mit 12,0 Jahren (Hazard Ratio 1,18). In der VetCompass-Rassestudie starben die Boxer im Median mit 10,46 Jahren; Tumoren waren mit 12,43 Prozent die häufigste benannte Todesursache.
Haben Boxer oft Krebs?
Tumoren sind beim Boxer auffällig häufig. 14,20 Prozent der Boxer hatten im Studienjahr eine Tumordiagnose, deutlich mehr als in VetCompass-Studien derselben Datenquelle zu Schäferhund (4,82 Prozent), Labrador (7,4 Prozent) oder Rottweiler (7,96 Prozent). Der Mastzelltumor betraf 1,86 Prozent. Für die Versicherung zählt: Tumorentfernung, Gewebeuntersuchung und eine mögliche Weiterbehandlung brauchen ein hohes oder gar kein Jahreslimit.
Welche Herzerkrankungen hat der Boxer?
Zwei Gruppen: angeborene Herzfehler wie die Aortenstenose und die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC), eine familiär gehäufte Herzmuskelerkrankung mit Rhythmusstörungen, die meist im mittleren Alter erkannt wird. Im französischen Zucht-Screening hatten 1,8 Prozent von 3.001 Boxern eine Aortenstenose und 1,0 Prozent eine Pulmonalstenose; die Autoren betonen, dass das keine Prävalenz für alle Boxer ist. Bei der ARVC lag das mediane Diagnosealter in einer US-Studie bei 6 Jahren, ein Drittel der Hunde hatte Ohnmachtsanfälle. Nachgewiesen wird sie mit einem 24-Stunden-EKG.
Sind weiße Boxer kränker?
Nach den britischen Praxisdaten kaum. 10,71 Prozent der Boxer waren weiß. Bei den 34 häufigsten Einzeldiagnosen gab es keinen Unterschied zu farbigen Boxern, Taubheit war nur bei zwei Hunden erfasst, bei einem weißen und einem farbigen. Auf Gruppenebene hatten weiße Boxer häufiger Zahn- und Gehirnerkrankungen. Nach dem FCI-Standard ist ein Boxer, dessen Grundfarbe zu mehr als einem Drittel weiß ist, ein Fehler im Zuchtsinn.
Reicht eine OP-Versicherung für den Boxer?
Für den Boxer eher nicht. Tumorentfernungen sind Operationen und laufen über den OP-Schutz, aber die Herzabklärung mit Langzeit-EKG und Ultraschall, Ohrenentzündungen und die lebenslange Schilddrüsentherapie laufen ohne Operation, Hornhautgeschwüre in den meisten Fällen ebenfalls. Ein OP-Tarif ist auf Operationen samt Vor- und Nachsorge zugeschnitten; diese Leistungen gehören dort nicht zum Leistungsbild. Für diese Rasse ist der Krankenvollschutz die passendere Wahl.
Weitere Rassen
Quellen
Jede Quelle steht mit der Angabe, die sie belegt. Alle Quellen zuletzt geprüft am 15.10.2026.
- O’Neill, Skipper, Barrett, Church, Packer, Brodbelt, Demography, common disorders and mortality of Boxer dogs under primary veterinary care in the UK, Canine Medicine and Genetics 10:6Belegt: die Studienpopulation von 3.219 Boxern unter 336.865 Hunden aus 438 britischen VetCompass-Praxen im Jahr 2016, das mittlere Erwachsenengewicht von 30,43 Kilogramm (Rüden 32,99, Hündinnen 27,56), die Einordnung als moderat brachyzephal, die Erkrankungen der oberen Atemwege bei nur 3,23 Prozent mit der Einschätzung der Autoren, dass sie beim Boxer keine große Belastung darstellen und die größere Körpergröße schützen könnte, den Anteil weißer Boxer von 10,71 Prozent, die nur zwei erfassten Fälle von Taubheit, die fehlenden Unterschiede zwischen weißen und nicht weißen Boxern bei den 34 häufigsten Einzeldiagnosen und die höhere Häufigkeit von Zahn- und Gehirnerkrankungen bei weißen Boxern auf Gruppenebene, 73,97 Prozent mit mindestens einer Diagnose, die Ein-Jahres-Prävalenzen aus Table 2 (Otitis externa 7,15, Epulis 5,84, Hornhautgeschwür 5,00, Parodontitis 4,63, Herzgeräusch 4,29 mit 4,98 Prozent bei Rüden und 3,50 Prozent bei Hündinnen, Hautmasse 4,29, Mastzelltumor 1,86, Hypothyreose 1,68 Prozent) und das mediane Alter der betroffenen Boxer am 31.12.2016 bei Epulis (8,75 Jahre) und Hornhautgeschwür (8,77 Jahre), die Einordnung der Epulis als peripheres odontogenes Fibrom und als seit den 1960er-Jahren bekannte Prädisposition, die Parodontitis bei Hündinnen von 5,58 Prozent gegenüber 12,5 Prozent aller Hunde in einer früheren VetCompass-Studie, das VetCompass-Programm des Royal Veterinary College, die Hauterkrankungen als häufigste Gruppe (17,74 Prozent), die Gruppenwerte aus Table 3 (Neoplasie 14,20, Masse 10,10, Herzerkrankung 6,34 Prozent), den Vergleich der Neoplasie-Häufigkeit mit Schäferhund (4,82), Labrador (7,4) und Rottweiler (7,96 Prozent) in der Diskussion, die Einordnung von Epulis und Hornhautgeschwür als starke Rasseprädisposition, 346 Todesfälle mit einem medianen Todesalter von 10,46 Jahren und die Todesursachen Neoplasie (12,43 Prozent) und Gehirnerkrankung (9,54 Prozent) aus Table 4.
- McMillan et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 14:531, Supplementary Table S3Belegt: das mediane Lebensalter von 11,3 Jahren für den Boxer, ausgewertet über 11.294 Boxer mit 5.925 dokumentierten Todesfällen, die Hazard Ratio von 1,18 gegenüber der Mischlingsgruppe mit p < 0,001 und das mediane Lebensalter der Mischlinge von 12,0 Jahren, alles aus Supplementary Table S3.
- O’Neill, Lee, Brodbelt, Church, Sanchez, Corneal ulcerative disease in dogs under primary veterinary care in England: epidemiology and clinical management, Canine Genetics and Epidemiology 4:5Belegt: die 69 Boxer mit Hornhautgeschwür unter 1.386 Boxern (4,98 Prozent) in einer Population von 104.233 Hunden aus dem Datenjahr 2013, die Odds Ratio von 12,12 (8,77 bis 16,76) für den Boxer gegenüber Mischlingen aus dem multivariablen Modell und die chirurgische Behandlung bei 17,0 Prozent aller Fälle.
- O’Neill, Khoo, Brodbelt, Church, Pegram, Geddes, Frequency, breed predispositions and other demographic risk factors for diagnosis of hypothyroidism in dogs under primary veterinary care in the UK, Canine Medicine and GeneticsBelegt: die 184 Boxer mit diagnostizierter Hypothyreose unter 9.442 Boxern (1,95 Prozent) aus Table 1, die adjustierte Odds Ratio von 10,44 (8,66 bis 12,58) für den Boxer gegenüber Mischlingen aus Table 4, Datenjahr 2016, die Behandlung mit Levothyroxin aus der Falldefinition und die Einordnung der Hypothyreose als lebenslange Erkrankung in der Diskussion.
- Chetboul, Bernard, Passavin, Tissier, Congenital ventricular outflow tract obstructions in Boxer dogs: Results of a 17-year cardiovascular breed screening program in France (3126 dogs), PLoS OneBelegt: das französische Pflicht-Screening der Jahre 2005 bis 2021 mit 3.126 untersuchten und 3.001 ausgewerteten Boxern im medianen Alter von 1,6 Jahren, die Aortenstenose bei 53 (1,8 Prozent) und die Pulmonalstenose bei 30 Tieren (1,0 Prozent), 10,2 Prozent mit mindestens einem weiteren angeborenen Herzfehler, darunter Mitralklappendysplasie (5,5 Prozent) und Vorhofseptumdefekt (4,0 Prozent), und den Hinweis der Autoren, dass sich daraus keine Prävalenz für Frankreich ableiten lässt, weil die Stichprobe nicht repräsentativ ist.
- Meurs, Stern, Reina-Doreste, Spier, Koplitz, Baumwart, Natural history of arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy in the boxer dog: a prospective study, Journal of Veterinary Internal MedicineBelegt: die 49 Boxer mit ARVC, die familiär gehäufte Herzmuskelerkrankung, das mediane Diagnosealter von 6 Jahren, Synkopen bei 33 Prozent, die Diagnose über ein 24-Stunden-Holter, die Striatin-Deletion bei 36 von 43 genotypisierten ARVC-Boxern und bei 5 von 17 genotypisierten Kontrollhunden, die zeitweise Gabe von Antiarrhythmika bei 33 Hunden (67 Prozent), die Einschätzung der Autoren, die Prognose sei bei vielen betroffenen Hunden gut.
- Laboklin, Gentests Erbkrankheiten HundBelegt: dass Laboklin den Gentest auf Hämophilie A (Faktor VIII) für den Deutschen Boxer anbietet, dass die autosomal-dominante Variante der Makrothrombozytopenie unter anderem beim Boxer beschrieben ist, und dass wir in der Übersicht keinen Test auf die ARVC des Boxers gefunden haben.
- FCI-Standard Nr. 144 Deutscher Boxer, deutsche FassungBelegt: den Ursprung Deutschland, die Einordnung in Gruppe 2, Sektion 2.1 Molossoide, die Widerristhöhe von 57 bis 63 Zentimetern bei Rüden und 53 bis 59 Zentimetern bei Hündinnen, das Gewicht von über 30 Kilogramm bei Rüden und ungefähr 25 Kilogramm bei Hündinnen und den Fehler, wenn mehr als ein Drittel der Grundfarbe von Weiß verdrängt ist.
- hepster, Allgemeine Versicherungsbedingungen Hundekrankenversicherung 2026Belegt: für die Hundekrankenversicherung Superior: keine Jahreshöchstgrenze (B 4.5.2), Erstattung bis zum 4-fachen GOT-Satz (B 4.3.8), die Deckung bei Antragstellung unbekannter angeborener oder genetisch bedingter Fehlentwicklungen (B 4.6.1), 6 Monate Wartezeit für Herz- und Schilddrüsenerkrankungen (B 4.2.5), 12 Monate Wartezeit für das Brachycephale Syndrom mit einem einzigen Versicherungsfall während der gesamten Vertragslaufzeit (B 4.2.6), den dauerhaften Ausschluss, wenn Symptome in der Wartezeit auftreten (B 4.2.2), Zahnextraktion (B 4.3.14); für den Basis-Tarif den Ausschluss des Brachycephalen Syndroms (B 2.5.2 d) und 12 Monate Wartezeit mit einem einzigen Versicherungsfall für Herz- und Schilddrüsenerkrankungen (B 2.2.5); sowie dass die Verlängerung im Monats- und im Jahresabo unter dem Vorbehalt einer Kündigung durch den Versicherer oder die versicherte Person steht, ohne dass die Bedingungen einen Kündigungsverzicht des Versicherers vorsehen (A 1.4.2.1, 1.4.2.2).
- hepster, Produktseite HundekrankenversicherungBelegt: den Einstiegspreis des Hundekranken-Tarifs Superior mit 10 Prozent Selbstbeteiligung ab 65,32 Euro im Monat (günstigste Preisklasse, jüngste Altersstufe, Monatsabo).
- hepster, Produktinformationsblatt (IPID) HundekrankenversicherungBelegt: dass beide Seiten den Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig kündigen können, zum Beispiel nach einem Schadensfall.
- petolo, Vertragsunterlagen Hundekrankenversicherung (Tarifblatt und Allgemeine Tarifbestimmungen)Belegt: für den Tarif Premium: höchstens 1.000 Euro im ersten Versicherungsjahr und ab dem zweiten unbegrenzt (ATB 3.8), keine Wartezeiten (ATB 4), Fehlentwicklungen einschließlich Hüft- und Ellbogendysplasie und rassetypischer Anomalien nur als Zuschuss von höchstens 2.500 Euro je Fehlentwicklung (Tarifblatt, ATB 3.5), die Definition, nach der eine Fehlentwicklung auch auf angeborenen Anomalien beruhen kann (ATB 3.5), die Erstattung von 80 Prozent, nach digitaler Erstberatung mit Überweisung 100 Prozent (Tarifblatt, ATB 3.2.4), den Verzicht auf die ordentliche Kündigung und das vorbehaltene außerordentliche Kündigungsrecht des Versicherers, etwa nach einem Versicherungsfall (ATB 5.5).
- petolo, Produktseite HundekrankenversicherungBelegt: den Startbeitrag des Tarifs Premium ab 47,90 Euro monatlich, ohne Angabe der Beispielbedingungen.
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15. August 2022, BGBl. I S. 1401Belegt: die Gebührenpositionen Nr. 16 Allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 Euro, Nr. 34 Folgeuntersuchung 19,74 Euro, Nr. 646 Elektrokardiogramm 44,00 Euro, Nr. 648 Langzeit-EKG (Holter) 209,42 Euro, Nr. 650 Basisechokardiografie 67,20 Euro, Nr. 651 ergänzende echokardiografische Untersuchung 53,86 Euro, Nr. 751 Farbstofftest der Hornhaut 5,14 Euro, Nr. 807 Hornhaut-Abrasion kompliziert 49,36 Euro, Nr. 337 Inhalationsnarkose Hund 61,57 Euro und Nr. 413 Tumor-Operation kompliziert 164,92 Euro, jeweils einfacher Satz netto, sowie den Rahmen vom Einfachen bis Dreifachen des Gebührensatzes nach Paragraf 2 Absatz 1 und bis zum Vierfachen im Notdienst nach Paragraf 4 Absatz 1.
Die Krankheitshäufigkeiten stammen aus britischen Hausarztpraxen (VetCompass) und gelten für die dort erfassten Hunde im jeweiligen Datenjahr; die Herzfehler-Zahlen stammen aus einem französischen Zucht-Screening und die ARVC-Zahlen aus einer US-Fallserie, beide sind keine Prävalenzen für alle Boxer. Der Boxer-Wert der McMillan-Studie steht im Zusatzmaterial (Supplementary Table S3). GOT-Beträge sind Nettowerte, Tarifangaben stammen aus den Bedingungswerken und Produktseiten der Anbieter.